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DNA-Test

Wie zwei Britinnen ihre geheime Schwester in Graz fanden

In einer Folge der Serie „DNA Family Secrets“ des britischen Senders BBC suchten zwei Schwestern nach einer heimlichen Tochter ihres Vaters. Im Zweiten Weltkrieg war er in Österreich inhaftiert.

Die beiden Schwestern Janet Dabbs und Liz George aus der englischen Stadt Bath hatten schon lange vermutet, eine geheime Schwester zu haben. Ihr Vater soll, als er während des Zweiten Weltkrieges als britischer Soldat in Österreich inhaftiert war, ein Kind gezeugt haben. In einer Folge von „DNA Family Secrets“, einer Serie des britischen Fernsehsenders „BBC“, suchten sie nach ihrer vermutlichen Halbschwester - mit Happy End.

„Mein Vater war Soldat im Zweiten Weltkrieg und er war in Österreich in Kriegsgefangenschaft. Als ich etwa 9 oder 10 Jahre alt war, hatten meine Mutter und mein Vater ein paar Freunde zu Besuch und sie unterhielten sich“, erzählt Dabbs in der am Mittwoch ausgestrahlten Sendung. Einer der Gäste habe ihren Vater dann nach einer angeblichen Tochter in Österreich gefragt. Ihre Eltern weigerten sich allerdings, darüber zu sprechen und so blieb die mögliche Halbschwester zunächst nur ein Gerücht.

Bis sie 52 war, ließ Dabbs die Geschichte ruhen. „Meine Mutter war damals 80 Jahre alt. Ich dachte, ich frage sie besser, bevor sie stirbt, weil mein Vater war bereits verstorben“, berichtet Dabbs. Die Mutter hätte sehr starr reagiert und über dieses Thema absolut nicht sprechen wollen. Das war für die heute 62-Jährige die Bestätigung, dass die Geschichte wahr ist.

DNA-Abgleich ergab Übereinstimmung

Dabbs und George wandten sich deshalb an die Sendung. Darin erzählten sie der Professorin für Genetik an der Universität von Leicester, Turi King, ihre Geschichte. Diese warnte die beiden jedoch, dass es sehr unwahrscheinlich sei, die vermutete Halbschwester zu finden. Denn es wären über 170.000 britische Soldaten von den Deutschen und Italienern als Kriegsgefangene genommen worden.

King sollte sich irren. Denn als sie die DNA von Dabbs und George in eine Datenbank eingab, konnte sie sofort eine Übereinstimmung finden. Es handelte sich um eine Frau namens Renate, die 1946 in Österreich geboren wurde. Der Sender hatte sie bereits kontaktiert.

„Der Beginn einer neuen Familie"

Renate zeigte sich über die Nachricht sehr erfreut. „Ich wollte schon mein ganzes Leben lang wissen, woher ich komme und wer mein Vater ist. Ich bin sehr neugierig auf meine neue Familie“, sagte sie in einer Videobotschaft an ihre Geschwister. In Graz kam es dann im Frühjahr 2022 zu einem Treffen der drei Geschwister. „Das ist der Beginn einer neuen Familie“, sagte Renate.