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Lange Nacht der Forschung

Fahrerlose Busse, virtuelle Herzen

Mitmachstationen gibt es etwa zu Themen der Kultur, Technik, Gesundheit oder Naturwissenschaften.
Mitmachstationen gibt es etwa zu Themen der Kultur, Technik, Gesundheit oder Naturwissenschaften.ÖAW
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Zum heurigen Zehn-Jahr-Jubiläum bietet das Event österreichweit mehr als 2000 Veranstaltungen an.

Universitäten und Fachhochschulen, aber auch forschungsintensive Unternehmen, außeruniversitäre Forschungsinstitutionen und Industriebetriebe zählen zu den Veranstaltern der Langen Nacht der Forschung (LNF). Beim Event geht es nicht nur um Wissensgewinn, sondern auch darum, dieses Wissen in unterhaltsamer Art und Weise zu präsentieren. Die Bedeutung der Wissenschaft und deren Auswirkung auf das alltägliche Leben jedes Einzelnen habe sich vor allem in den Pandemiejahren gezeigt, sagt Romy Müller, Koordinatorin der LNF an der Universität Klagenfurt: „Wissenschaft leistet einen gewichtigen Beitrag zur Erklärung und Lösung gesellschaftlicher Probleme. Deutlich wurde aber auch, dass wir zu wenig darüber wissen, wie und woran Forscher im Wissenschaftsbetrieb arbeiten.“ Das Ziel sei deshalb, möglichst viele Menschen mit Wissenschaft in Berührung zu bringen – unabhängig von Alter, Bildungsgrad oder Herkunft. Das Bestreben, Wissenschaft zu erklären, ist alt und reicht jahrhundertelang zurück. Schon im 17. Jahrhundert bemühte sich die Royal Academic Society in England, wissenschaftliche Veröffentlichungen so zu verfassen, dass sie ein möglichst breites Publikum erreichen, erklärt Siegfried Reich, Geschäftsführer der Salzburg Research Foundation. Diese Form von Diskurs sei besonders bei Fragestellungen der Zukunft relevant, beispielsweise beim Klimawandel oder der Verkehrswende.

Niederschwellig will man auch bei einer Mitmachstation des Klagenfurter Lakeside Science & Technology Park Wissenschaft unter die Leute bringen. Wer „Zum Volkswirt'n“ kommt, diskutiert mit Experten in Stammtischatmosphäre über Inflation oder erneuerbare Energien. Zusätzlich wird es heuer eine Vortragsreihe geben, die auch online angeboten wird. Schwerpunkte bei den rund 120 von Salzburg Research organisierten Stationen sind heuer indes nachhaltige Mobilität, Gesundheit oder Klimaschutz. So werden Menschen zum Beispiel zu Testfahrten in einen selbstfahrenden Digibus geladen. „Während Forschende sehr sachlich an Themen herangehen, kommt hier der nicht minder wichtige Aspekt der Emotion mit ins Spiel: Wie geht es Menschen, wenn es plötzlich kein Lenkrad mehr im Bus gibt? Was brauchen sie, damit sie sich trotzdem sicher fühlen?“, erläutert Reich. In der FH Vorarlberg befindet sich eine der 100 Mitmachstationen des Bundeslands. Dort beschäftigt man sich mit der technologiegestützten Ausbildung in der Pflege und lädt Besucher dazu ein, mittels VR-Brille unterschiedliche Regionen des Herzens näher zu erkunden. „Dabei sind auch verschiedene Krankheitssymptome hinterlegt und können zu Lehrzwecken ,abgehört‘ werden“, erklärt FH-Pressesprecherin Alexandra Dittrich.

Ein langer Weg zur Langen Nacht

Die Organisation einer LNF ist ein erheblicher logistischer Aufwand. In Vorarlberg beispielsweise reichen zuerst die Partnerbetriebe sowie öffentliche Einrichtungen ihre aktuellen und zukunftsrelevanten Forschungsprojekte ein. Dann erarbeiten die Organisatoren aus dieser Auswahl ein verdichtetes Programm für das Event. „Am Anfang steht immer die Frage, was wir den Besuchern der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Spannendes bieten können“, sagt Sven Hartwig, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit an der ÖAW. Die größte Herausforderung sei, ein ,Best-of der ÖAW-Forschung‘ zusammenzustellen.

Von A wie Archäologie bis Z wie Zellbiologie zieht sich der thematische Rahmen an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Ein Höhepunkt ist die Scienceshow, bei der Science Buster Martin Moder der Frage nachgeht, was wir mit dem vielen Wissen überhaupt anfangen sollen.

Information

Die diesjährige Lange Nacht der Forschung, das größte heimische Event für Wissenschaftskommunikation, findet am 20. Mai von 17 Uhr bis 23 Uhr bei freiem Eintritt an über 260 Ausstellungsorten quer durch Österreich statt – erstmals seit 2020 wieder mit einem umfangreichen Vor-Ort-Programm.

Ergänzt wird es durch Online-Programmpunkte, darunter Erklärvideos, Live-Experimente oder digitale Diskussionsrunden. Unter dem Motto „Forschung live erleben!“ vermitteln Forschungseinrichtungen, Universitäten, Fachhochschulen, Unternehmen und andere wissenschaftliche Einrichtungen ihre Arbeit Groß und Klein. Infos: www.langenachtderforschung.at

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.05.2022)