Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Kriminalität

Zunahme bei Schlepper-Anklagen

In den ersten vier Monaten ist die Zahl der wegen Schlepperei Angeklagten um fast 30 Prozent gestiegen. Auch Verurteilungen nahmen zu.

Wien. Die Zahl der wegen Schlepperei angeklagten (und verurteilten) Menschen hat in Österreich deutlich zugenommen.

Konkret liegt die Zahl der Anklageerhebungen nach § 114 Fremdenpolizeigesetz (FPG) – die Bestimmung stellt die Förderung der rechtswidrigen Ein- oder Durchreise von Fremdem unter Strafe – in den ersten vier Monaten dieses Jahres um 29,49 Prozent über dem Vergleichszeitraum 2021. Die Zahl der Verurteilungen ist um 17,44 Prozent gestiegen. Nach Angaben des Justizministeriums haben die Anklagebehörden von Anfang Jänner bis Ende April 2021 insgesamt 78 Anklagen eingebracht. Heuer waren es 101.

In den ersten vier Monaten des Vorjahres kam es in 86 Fällen zu Verurteilungen, heuer waren es im selben Zeitraum 102. Insgesamt wurden von Anfang 2021 bis Ende April 2022 bei den Strafgerichten 333 Anklagen nach der Schlepperei-Bestimmung im Fremdenpolizeigesetz eingebracht, 308 Menschen wurden in diesem Zeitraum auch verurteilt. Erst am Donnerstag hatten die Behörden, wie berichtet, die Zerschlagung einer internationalen Schlepperorganisation bekannt gegeben, die illegale Migranten von Ungarn nach Österreich gebracht hatte. Dabei wurden in Österreich, der Slowakei, Tschechien und Rumänien 205 Personen festgenommen.

Die Bande soll mehr als 36.100 Menschen geschleppt haben. Auf ihr Konto sollen auch zwei in Siegendorf (Burgenland) in einem Klein-Lkw erstickte Flüchtlinge gehen, wie auch die Schüsse auf Grundwehrdiener im Burgenland im Oktober 2021. (APA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.05.2022)