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Drohnenpilot

Lernen, die Geschicke von oben zu lenken

Mit Drohnen professionell abzuheben hat nichts mit Hobbyfliegerei zu tun. Ein Berufsbild dafür sucht man in Österreich vergeblich.

Die Lüfte erobern, durch einen Hindernisparcours rasen, spektakuläre Videos drehen – für viele Hobbypiloten wurden Träume wahr, als die ersten einfach zu bedienenden Drohnen zu erschwinglichen Preisen auf den Markt kamen. Bald entwickelten sich auch professionelle Anwendungsbereiche. Valerie Hackl, Geschäftsführerin der Austro Control, weiß um die zahlreichen Einsatzgebiete: „Drohnen sind in verschiedensten Bereichen gewerblich im Einsatz, in der Film- und Fotobranche, in Land- und Forstwirtschaft, bei Feuerwehr und Bergrettung und in der Industrie.“ Anwendungsgebiete reichen von Vermessungsaufgaben und Rettungseinsätzen über den Transport von Blutkonserven bis hin zur Überwachung von Infrastrukturanlagen.

Voraussetzungen erfüllen

Wer in Österreich eine Drohne mit einem Gewicht ab 250 Gramm fliegen will, muss 16 Jahre alt sein und die Prüfung zum Drohnenführerschein absolvieren. Er wird bei der Austro Control beantragt und ist kostenlos. Absolviert werden müssen ein Kurs und ein Test – die Online-Prüfung umfasst 40 Multiple-Choice-Fragen. Und die Drohne muss registriert werden, dazu braucht es ein Mindestalter von 18 Jahren. Lizenzen gibt es für drei Kategorien zu erwerben, je nach maximalem Abfluggewicht der Drohne. Schwerere Drohnen mit einem Abfluggewicht von bis zu 25 Kilogramm dürfen etwa lediglich mit dem Führerschein A3 und im Mindestabstand von 150 Metern zu Menschen geflogen werden.
Wer den Führerschein in der Tasche hat, ist aber noch lang nicht für Einsätze im Profi-Bereich gerüstet. „Für die großen Adler bedarf es Fingerspitzengefühl“, erklärt David Hopf, Gründer der Firma Dronetech. „Wenn es um Inspektionen geht, bei denen man Hochmasten umfliegt, nahe an Fassaden herankommt oder unter Brücken durchfliegt, braucht es eine gewisse Erfahrung.“

Er ortet in Zukunft einen großen Bedarf an professionellen Drohnenpiloten, doch moniert, dass es dafür kein Berufsbild und damit auch keine Ausbildung gibt. Die einzige Chance: Man bewirbt sich bei einem der zahlreichen Unternehmen, die Dienstleistungen mit Drohnen anbieten. Hopf startet etwa im September eine „Drohnenuniversität“, in der Training, eine Menge Praxiswissen und die Vorbereitung auf den Pilotenschein geboten werden.

Vielseitige Einsatzbereiche

Auch Philipp Knopf bildet in seiner burgenländischen Firma Skyability Nachwuchs aus. Damit er Piloten mit den teils 20.000 Euro teuren Geräten fliegen lässt, ist eine sechs Monate dauernde Anlernzeit Pflicht. Im ersten Flugtraining geht es um die Inbetriebnahme, den Umgang mit diversen Apps und um die Flugplanung. „Wir bereiten unsere Piloten auf alle Eventualitäten vor. Das ist kein Spiel.“

Noch verantwortungsvoller ist die Kombination von Drohnen und Sprengmitteln. Sie kommen bei den vier Piloten von Philipp Knabs Firma Höhenarbeit zum Einsatz. Er hat ein weltweit einzigartiges Patent zur Sprengung von Lawinen mittels Drohnen entwickelt. Ideal ist – zusätzlich zum Training am Fluggerät – die Ausbildung zum Sprengbefugten. Geflogen wird im Team: „Es ist immer eine Zweier-Mannschaft unterwegs, eine Person für die Sprengtechnik, die auch bestens über die Drohnenthematik Bescheid weiß. Und der Pilot sollte ebenfalls wissen, was sprengtechnisch relevant ist.“

Ähnlich verhält es sich beim österreichischen Bundesheer. Wer die Militär-Fluggeräte bedienen möchte, muss die Ausbildung zum Berufsoffizier bzw. Berufsunteroffizier absolvieren. „Bei den Landstreitkräften hängt die Drohnenausbildung mit der Funktion des Aufklärers zusammen“, erläutert Major Hartmuth Ziegler von der Heerestruppenschule Eisenstadt, „im Rahmen der Unteroffiziersausbildung wird der Soldat fünf Wochen lang am Drohnensystem-Tracker geschult. Da diese Geräte außerhalb des Sichtbereichs fliegen, dauert die Ausbildung länger. Danach erhält er einen militärischen Luftfahrtpersonalausweis.“ Beim Heer sind danach pro Jahr zehn Realflüge im freien Gelände und 15 Flüge im Simulator zu absolvieren, um die Lizenz zu behalten. Bisher wird die militärische Ausbildung im zivilen Bereich noch nicht anerkannt, hier laufen Gespräche mit der Austro Control.

Web: www.dronenspace.com, www.drohnenkurs.com, www.spektakulair.at, www.drohnenpilotenkurs.at