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Berlin-Briefing

Das "sozialdemokratische Jahrzehnt" beginnt nicht in NRW

Nach der ersten Hochrechnung sank die Stimmung in der SPD-Landeszentrale in Düsseldorf merklich.(c) APA/AFP/INA FASSBENDER (INA FASSBENDER)
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Die historische SPD-Niederlage in Nordrhein-Westfalen ist ein Stück weit eine für Olaf Scholz. Auch das Debakel der Liberalen bedeutet nichts Gutes für den Frieden in seiner Ampel-Koalition.

Mit Wahlen ist das so eine Sache: Am Ende sieht das Ergebnis jeder wie er will. So auch am Sonntagabend beim Doch-Nicht-Merkel-Nachfolger Jens Spahn und dem Noch-Nicht-Scholz-Erben Kevin Kühnert: Der eine erkannte eine historische Niederlage der Sozialdemokratie in einem Kernland der Industrie und folglich auch der Arbeiterschaft. Der andere meinte, die Regierung aus Konservativen und Wirtschaftsliberalen sei abgewählt worden. Beide hatten irgendwie recht. Spahn wohl etwas mehr.

Die SPD bei um die 27 Prozent – und das in Nordrhein-Westfalen! Da muss jedem Sozialdemokraten zumindest kurz der Schreck in die Glieder fahren. Noch nie zuvor ist die SPD im bevölkerungsreichsten deutschen Bundesland, das alle meist nur kurz NRW nennen, unter 30 Prozent gelandet. Ein erstes Anzeichen, dass es mit dem „sozialdemokratischen Jahrzehnt“  vielleicht doch nicht so weit her ist, wie das nicht nur SPD-Chef Lars Klingbeil in der Euphorie nach Gewinn der Kanzlerschaft hoffte.

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