Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Prognose

Krankenversicherung erwartet für heuer 344 Millionen Verlust

Die aktuelle Prognose des Dachverbandes fällt um 22,5 Millionen Euro schlechter aus als noch vor drei Monaten. Dachverbands-Chef Peter Lehner sieht die Sozialversicherung aber auf einem stabilen Fundament.

Die Krankenversicherungen erwarten für heuer ein Defizit von 343,9 Millionen Euro. Damit fällt die aktuelle Prognose des Dachverbandes für die drei Träger um 22,5 Millionen schlechter aus als noch vor drei Monaten. Für die nächsten vier Jahre rechnet die Krankenversicherung zwar weiter mit einem Minus, die Prognose zeigt aber eine relativ stabile Entwicklung - 2026 soll das Defizit etwa so hoch ausfallen wie heuer. Im Vorjahr lag es allerdings nur etwa halb so hoch.

Für Dachverbands-Chef Peter Lehner steht die Sozialversicherung "dank der SV-Reform und den neuen, klaren und effizienten Strukturen auf einem stabilen Fundament. Trotz Coronakrise und mitten in der turbulenten wirtschaftlichen Situation entwickelt sich die Gebarung aller KV-Träger konstant stabil und solide. Diese Ausgangssituation schafft die Möglichkeit, auf die fordernden Bedingungen zu reagieren und den Versicherten ein verlässliches und angepasstes Angebot zu bieten", kommentierte der Vorsitzende der Konferenz der Sozialversicherungsträger gegenüber der APA die Zahlen.

Im Vorjahr hat die SVS der Selbstständigen und Bauern nach den vorläufigen Zahlen noch ein Plus von 98,7 Millionen Euro geschrieben. Die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) als bei weitem größter Träger mit minus 92,2 Millionen und die BVAEB der Beamten, Eisenbahner und Bergleute mit minus 146,9 Millionen verbuchten hingegen ein Defizit. Für heuer erwarten alle drei Träger ein Minus: die ÖGK 137,2 Millionen, die BVAEB 169,4 Millionen und die SVS 37,3 Millionen Euro.

Verluste auch in den nächsten Jahren

Die Entwicklungen bei den Arztkosten und Arzneimittel zeigen in den Zahlen von 2021 und 2022 die prognostizierten Nachholeffekte. Im ersten Pandemiejahr wurden Arztbesuche vielfach reduziert. 2021 sind diese und damit die Ausgaben für ärztliche Hilfe um über 10 Prozent angestiegen. Damit haben sich ebenso die Kosten für Arzneimittel um fast 7 Prozent erhöht.

Auch für die nächsten Jahre erwartet die soziale Krankenversicherung weitere Verluste. Diese dürften zwar in den nächsten drei Jahren tendenziell leicht rückläufig ausfallen, für 2026 aber wieder steigen. Laut aktueller Prognose soll das Defizit von 140,4 Millionen im Vorjahr zwar auf 343,9 Millionen heuer ansteigen, dann aber wieder leicht sinken auf 308,1 Millionen im kommenden Jahr, auf 256,7 Millionen im Jahr 2024 und auf 268,6 Millionen Euro im Jahr 2025. Für 2026 wird dann allerdings wieder ein Anstieg auf 343,8 Millionen Euro vorhergesagt. Das wäre zwar die gleiche Höhe wie heuer, aber um fast 100 Millionen mehr als noch vor drei Monaten erwartet worden war.

(APA)