Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Premium
Interview

Gentiloni: "Sehe Entwicklung der Schulden in Europa mit Sorgen"

Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni kann sich vorstellen, dass die EU in Zukunft wieder für gemeinsame Ziele gemeinsame Schulden aufnimmt.JOHANNA GERON
  • Drucken

Gemeinsame Schulden sind eine von mehreren Möglichkeiten, Hilfen für die Ukraine zu finanzieren, so Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni. Die Kommission werde dies aber nicht vorschlagen. Der Frage, ob Ausnahmen bei europäischen Schuldenregeln verlängert werden, weicht Gentiloni aus.

Die EU-Mitglieder sind heute höher verschuldet als vor Corona. Ein Grund zur Sorge?

Paolo Gentiloni: Natürlich bereitet uns das hohe Schuldenniveau Sorgen. Während der Pandemie sind die Schulden stark gestiegen, besonders in der Eurozone. Nun sinken sie wieder, aber nicht besonders schnell. Wir ermutigen Länder mit hoher Verschuldung, neue laufende Ausgaben zu vermeiden, die eine dauerhafte Belastung darstellen könnten.

Haben Sie in der Konjunkturprognose berücksichtigt, dass die Europäische Zentralbank bald die Zinsen anheben könnte?

Wir spekulieren in der Prognose nicht über die zukünftige Geldpolitik. Aber wir berücksichtigen natürlich Erwartungen über die Zinsentwicklungen, soweit sie sich Ende April aus den Markterwartungen wie zum Beispiel Futures-Verträgen ablesen lassen. Insofern ist auch das Ölembargo nicht Teil der Prognose, weil es leider noch nicht beschlossen ist. Die Markterwartungen sind in der Prognose aber eingepreist, sowohl, was die Geldpolitik betrifft, als auch, was das Embargo betrifft.

Eine neue Schuldenkrise droht also nicht?