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Kulturgeschichte

Warum wir uns dem Diktat der Mode beugen

Immer alles neu – und keiner kommt dem Treiben aus: Die Historikerin Ulinka Rublack zeigt in „Die Geburt der Mode“, wie sich die Menschheit in der Renaissance optisch neu erfand. Mit Folgen bis heute.

Was ist Mode? Der wunderbare Georg Simmel, Kulturphilosoph und Mitbegründer der Soziologie, hat schon 1905 eine gültige Antwort geliefert: Es geht um ein Spannungsverhältnis. Wer sich modisch anzieht, will sich zugehörig fühlen – und versucht zugleich, als unverwechselbar wahrgenommen zu werden. Ein Teil der Gesellschaft geht voran, die anderen folgen, und wenn alle weiße Sneaker tragen, vernichtet sich der Sinn und etwas Neues muss her.

Aber war das immer so? Lässt sich Mode mit Simmel als „durchgängige Erscheinung in der Geschichte unserer Gattung“ sehen? Er erkannte selbst den Umbruch in der Renaissance, als „die Freiheit der Einzelpersönlichkeit die kollektivistischen Ordnungen durchbrach“. Hier setzt die deutsche, in Cambridge lehrende Historikerin Ulinka Rublack an. Schon 2011 erschien ihr prachtvoll bebildertes Buch „Dressing Up“, nun ist es als „Die Geburt der Mode“ auch auf Deutsch erschienen.