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Generationenwechsel

Gen Z und Millennials suchen Sinn und Sicherheit 

Junge haben hohe Ansprüche an zukünftige Arbeitgeber
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Arbeitgeber sind gefordert, mehr Engagement für Klimaschutz und Nachhaltigkeit, bessere Work-Life-Balance und flexiblere Arbeitsformen zu bieten.

Die junge Generation würde sich noch mehr als Altersgenossen im weltweiten Vergleich um die Klimakrise und steigende Lebenshaltungskosten sorgen, geht aus der aktuellen Deloitte „Global Gen Z & Millennial“-Studie hervor. Rund die Hälfte der Befragten in Österreich erwartet für die nächsten zwölf Monate eine Verschlechterung der ökonomischen und der sozialpolitischen Situation – global wären dies rund 40 Prozent der befragten jungen Menschen. Dieser Trend hat auch unmittelbare Folgen für künftige Arbeitgeber: Sie wären nun gefordert, mehr Engagement in Bezug auf Nachhaltigkeit, flexible Arbeitszeitmodelle und der Vereinbarkeit von privater Freizeitgestaltung und beruflichen Verpflichtungen zu ermöglichen. 

Im Rahmen der Studie wurde die Generation Z - zwischen 1995 und 2003-Geborene - sowie Millennials, die heute zwischen 28 und 39 Jahre alt sind, befragt. Die Jungen hätten sich in den Pandemiejahren neu orientiert, und wollen zwar von der Arbeit leben können, diese aber auch verstärkt selbst mitgestalten können. Diesen Anspruch würden sie auch einfordern.

Nur ein Viertel bleibt länger als fünf Jahre im Unternehmen

Fast 40 Prozent der Befragten würden ihren Arbeitsplatz in den nächsten zwei Jahren aufgeben wollen, unabhängig davon, ob sie einen neuen Job in Aussicht hätten oder nicht. Nur ein Viertel hat vor, länger als fünf Jahre zu bleiben. Gründe dafür wären neben der unzureichenden Bezahlung, der fehlende Sinn und mangelnder Perspektiven. Diese Grundlagen würden zusätzlich für ein hohes Stress-Level und Angst vor Burnout sorgen. Die jüngeren Generationen hätten die Pandemie-Jahre dazu genutzt, abzuwägen, welche Prioritäten sie im Leben haben. Als Folge der Corona-Pandemie sei auch der Wunsch nach hybriden Arbeitsformen deutlich gestiegen: Rund drei Viertel der Befragten würden sich mehr Remote Working und flexible Arbeitszeiten wünschen.

„Die Unternehmen sollten diese Unzufriedenheit mit den Arbeitsbedingungen als Alarmzeichen und Chance zugleich sehen“, sagt Anna Nowshad, Partnerin bei Deloitte. „Die Studie zeigt, wo die Arbeitgeber jetzt ansetzen müssen: Neben fairer Bezahlung sind es vor allem Faktoren wie Work-Life-Balance, flexiblere Arbeitszeiten, persönliche Entwicklungsmöglichkeiten und eine wertschätzende Unternehmenskultur, die für die jungen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wichtig sind.“

Engagement für Klimaschutz, Unternehmen gefordert

Die größte Sorge würde den jungen Menschen die Klimakrise bereiten: Fast zwei Drittel der Befragten in Österreich wären der Ansicht, dass sich die Welt am kritischen Wendepunkt befindet, um noch rechtzeitig auf den Klimawandel zu reagieren. Gleichzeitig ist die Bereitschaft, sich persönlich zu engagieren, sehr hoch: Mehr als die Hälfte sagt, dass sie konsequent daran arbeitet, sich klimafreundlich zu verhalten. Und sie stellen diese Forderung auch an ihre Arbeitgeber: 38 Prozent der Generation Z und 21 Prozent der Millennials würden üben Druck auf ihre Arbeitgeber ausüben, sich stärker für Nachhaltigkeit zu engagieren.

An dieser Stelle gäbe es einen zentralen Anknüpfungspunkt für die Unternehmen: „Die jungen Generationen leben seit Jahren mit vielen Unsicherheiten, das drückt auf die Stimmung. Aber sie sind auch bereit, aktiv an Veränderungen zu arbeiten, wenn sie Sinn darin erkennen. Die Unternehmen müssen verstärkt diesen Sinn liefern und ihren gesellschaftlichen Mehrwert zeigen“, sagt Anna Nowshad. „Jene, die ihre Mitarbeitenden dabei einbinden und gemeinsam das Unternehmen weiterentwickeln, werden einen Wettbewerbsvorteil erzielen – und das ist vor dem Hintergrund des Arbeitskräftemangels dringend notwendig.“