Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Premium
Katholische Studentenverbindung

Brüder mit Verbindungen: Wie viel Macht hat der Cartellverband in der ÖVP?

FOTOTERMIN - FINANZMINISTER BRUNNER BEGRUeSST NEUEN STAATSSEKRETAeR TURSKY
Bundesbrüder und Kollegen im ÖVP-Team: Staatssekretär Florian Tursky (l.) und Finanzminister Magnus Brunner.APA/ROBERT JAEGER
  • Drucken

ÖVP-Chef und Bundeskanzler Karl Nehammer beförderte zwei Cartellbrüder: Florian Tursky und Magnus Brunner. Über Korporierte, die Karriere machen.

Die Öffentlichkeit sah ihn in den letzten Tagen im schlichten Anzug, aber manchmal ist Florian Tursky durchaus bunter unterwegs. Wenn er seinen Deckel aufsetzt und den Schläger trägt, legt er sich auch mindestens drei Couleurbänder um: Es ist die Uniform des Österreichischen Cartellverbands (CV), der katholischen, nicht schlagenden Studentenverbindung. Und während Hut und Säbel bei allen dazugehören, sind drei Bänder eher selten: Tursky, neuer Staatssekretär für Digitalisierung, ist nämlich Mitglied von gleich drei Verbindungen im CV.

Im Finanzministerium wird er einen Bundesbruder sehen – so nennt man Mitglieder aus derselben Verbindung. Tursky (Couleurname Aeneas) und Finanzminister Magnus Brunner (Hamlet) sind Mitglied der Austria Innsbruck, der ältesten und größten Verbindung Österreichs. Und auch ihr Chef ist ein Cartellbruder: Kanzler und ÖVP-Chef Karl Nehammer (Mars) gehört einer Mittelschüler-Cartellverbindung an.

Ist der ÖCV also die wieder die Kaderschmiede der Volkspartei? Muss man männlich, katholisch und korporiert sein, um Karriere zu machen? Lassen wir Tursky selbst antworten – im Jahr 2013. Damals war er Präsident des Cartellverbands und sagte zur „Presse“: Der CV sei zwar unabhängig, „aber wir sind natürlich trotzdem ein politischer Verband“. Zwischen den Werten des Männerbundes und der ÖVP gebe es eben viele Schnittstellen.