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ESG

Personal einzustellen ist nachhaltig

Auch bei der Personalsuche spielt Nachhaltigkeit eine entscheidende Rolle
Auch bei der Personalsuche spielt Nachhaltigkeit eine entscheidende RollePexels
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Personalmanager kämpfen mit raren Bewerbungen für viele offene Stellen. Hinzu kommt der Fokus auf nachhaltiges Wirtschaften, um den Forderungen der Jungen gerecht zu werden.

Die Zukunftssorgen der Jungen drehen sich um Umwelt- und Klimaschutz. 90 Prozent der Millennials, also zwischen 1980 und 1990 Geborene, und die Gen Z (1997–2002) versuchen, ihr soziales Engagement zu verstärken und nachhaltig zu leben. Im Hinblick auf die Arbeitgeber glauben jedoch nur 16 Prozent (Millennials) und 18 Prozent (Gen Z), dass genügend bzw. die richtigen Maßnahmen gegen den Klimawandel gesetzt werden. Dieses Ergebnis zeigt eine aktuelle Deloitte-Studie, an der 23.000 Personen teilgenommen haben.

Diese Forderung spiele bereits im Recruiting eine entscheidende Rolle, sagt Uta Stockbauer, Senior HR-Vice-President bei Stora Enso: „Die zukünftigen Mitarbeitenden bewerben sich mittlerweile für Unternehmenswerte, nicht nur für die Entlohnung. Bei uns fragen Bewerbende ganz konkret nach, welche Ziele und Vorgaben wir hinsichtlich der Reduktion von CO2-Emissionen verfolgen. Und wie wir sozial aufgestellt sind.“

Bewerbende fragen aktiv nach, welche Ziele wir verfolgen. Und wie wir sozial aufgestellt sind.

Uta Stockbauer, Stora Enso

Auch Andreas Stockinger, HR-Leiter bei Siemens Energy, sieht eine Transformation im Unternehmen: „Wir haben die Mitarbeitergespräche so umstrukturiert, dass die Ziele von den Arbeitnehmern eingebracht werden. Und denselben Raum wie die Unternehmensziele bekommen.“ Für die Gespräche würden die Teamleiter seit Kurzem auf Onlineplattformen zurückgreifen, die bei der Protokollierung unterstützen.

Denn laut EU-Richtlinie müssten Unternehmen mit 2023 verpflichtend Berichte zur Einhaltung der ESG-Verordnungen schicken. Sie umfassen umweltpolitisches, soziales und gesellschaftliches Engagement. Dazu zählen unter anderem Emissionen, Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und Diversity.

Bei Stora Enso sind die Verantwortlichen für Sustainability Teil des Managements, sagt Stockbauer. Entscheidend sei dies, um den Stellenwert zu verdeutlichen, die Vorbildwirkung ernst zu nehmen und im Austausch zu bleiben. Wenn es um die Werte der Mitarbeitenden gehe, setze man auf ein 360-Grad-Feedback und Management-Audits. In diesen Befragungen gäbe es einen eigenen Teil für Umwelt- und Nachhaltigkeit. Fragen danach, inwieweit die persönlichen Werte mit den Unternehmenswerten übereinstimmen, stünden dabei im Zentrum.

„Hiring basiert auf Haltung und Wertvorstellungen. Wissen und Fertigkeiten ändern sich so schnell, dass die Bereitschaft zu laufendem Lernen in den Vordergrund rückt“, sagt Stockbauer. Im Idealfall ist es bereits nachhaltig, Personal einzustellen, sagt sie, deshalb lege das Unternehmen großen Wert darauf, die Talente zu halten und weiterzuentwickeln. Schließlich müsste auch das Unternehmen erst Kandidaten finden, die „grünes“ und soziales Engagement mitbringen. Das ist mitunter schwer zu erkennen.

Sie stellt daher gern die Frage, worauf man glaubt, stolz zu sein, wenn man im hohen Alter auf das eigene Leben zurückblicke. Und was das Leben zu einem Guten gemacht hat.

Auf einen Blick

Die Ausrichtung auf ESG-Richtlinien ist eines der Themen, die bei den Klubabenden der HR-Lounge vertraulich besprochen werden. Josef Buttinger lädt am 25. Mai wieder zu einem Treffen unter HR-Leiterinnen und -Leitern ein. www.hr-lounge.at