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Leitartikel

Die Republik der Lügen

ANGELOBUNG DES BUNDESMINISTERS FUeR LANDWIRTSCHAFT, REGIONEN UND TOURISMUS, NORBERT TOTSCHNIG: VAN DER BELLEN / TOTSCHNIG / KOGLER / NEHAMMER
Angelobungen im Wochentakt: Werner Kogler, Karl Nehammer und Alexander Van der Bellen mit dem neuen Bundesminister für Landwirtschaft Norbert Totschnig.APA/ROLAND SCHLAGER
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Ein pädagogisches Regime sorgt dafür, dass sich die Österreicher möglichst gut fühlen. Mit Lügen, Verdrängung und Alles-nicht-so-schlimm-Lächeln.

Lüge ist ein hartes Wort, mit dem Zusatz „Not“ klingt es gleich harmloser, handelt es sich zwar noch immer um die bewusste Kommunikation von Unwahrheit, aber aus vermeintlich verständlichen Gründen. Die sogenannte Staatslüge, ein österreichisches Spezifikum, soll verhindern, dass die Bevölkerung sich unwohl oder sogar ängstlich zeigt. Dieses paternalistische Vorgaukeln eines positiven Bildes statt der Darstellung der Realität prägt die gesamte österreichische Politik bis heute.

Es begann mit dem Opfermythos, wonach Österreich und seine Bewohner erstes Opfer Adolf Hitlers gewesen seien, eine massive Beteiligung am Holocaust, an der Verfolgung von Mitmenschen und an Kriegsverbrechen wurde somit frech geleugnet. Es sollte Jahrzehnte dauern, bis Franz Vranitzky die Mitschuld von Österreichern eingestand und sich dafür öffentlich entschuldigte. Erst damit setzte eine echte Vergangenheitsbewältigung ein.