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Umfrage

Nur 16 Prozent der Österreicher für Nato-Beitritt

(Symbolbild)
(Symbolbild)APA/HELMUT FOHRINGER
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In einer aktuellen Umfrage sprechen sich 70 Prozent der Befragten dafür aus, dass Österreich seine Neutralität behalten soll. Außenminister Alexander Schallenberg betont: „Ein Nato-Beitritt steht nicht zur Diskussion.“

Die Einstellung der österreichischen Bevölkerung zu einem Nato-Beitritt ist unverändert. In einer vom Meinungsforschungsinstitut Unique research für das aktuelle Nachrichtenmagazin "profil" durchgeführten Umfrage gaben nur 16 Prozent der Befragten an, Österreich solle wie Schweden und Finnland der Nato beitreten.

70 Prozent sind der Meinung, Österreich solle auch nach dem Nato-Beitritt der beiden Länder seine Neutralität behalten. 14 Prozent machten keine Angabe.

Schallenberg: „Nato-Beitritt steht nicht zur Diskussion"

Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) bleibt unterdessen dabei: „Ein Nato-Beitritt steht nicht zur Diskussion“, betonte er im Interview mit der Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera" (Samstagsausgabe). "Österreichs militärische Neutralität ist in unserer Verfassung verankert und ist Teil unserer nationalen Identität. Wien wird immer eine Hauptstadt des Dialogs sein", sagte Schallenberg.

Man beteilige sich an der europäischen Sicherheitspolitik, aber ein Nato-Beitritt sei ausgeschlossen. „Die österreichische Öffentlichkeit unterstützt mit Überzeugung die Neutralität. In einer Welt, in der die Konflikte auf wirtschaftlicher, militärischer und intellektueller Basis offener geworden sind, kann Neutralität wieder ein Wert sein", sagte der 52-jährige Minister.

Befreiung von Energie-Abhängigkeit „langer Prozess"

Russlands Atom-Drohungen sollten laut Schallenberg ernst genommen werden. "Wer eine Waffe hat, wird sie früher oder später auch einsetzen. Schon das Reden darüber ist ein Spiel mit dem Feuer", warnte der Minister. Es brauche Zeit, bis die Auswirkungen der Sanktionen auf die russische Wirtschaft sichtbar werden, meinte Schallenberg. "Die EU hat noch nie ein derartiges Sanktionspaket geschnürt. Es ist eine enorme Anstrengung für uns und unsere Bürger, die wir nicht kleinreden sollten."

Österreich bezieht rund 80 Prozent seiner Gaslieferungen aus Russland und hat sich bisher gegen ein russisches Gasembargo ausgesprochen. "Meiner Meinung nach sollten die Länder diese Fragen untereinander hinter verschlossenen Türen diskutieren und erst dann Maßnahmen ankündigen. Stattdessen wird die Debatte über Sanktionen nun öffentlich geführt. Auf jeden Fall: Die Verhängung von Beschränkungen für russisches Öl ist weniger kompliziert als ein Gasembargo. Ja, es ist frustrierend. Ja, daran hätten wir früher denken sollen. Aber jetzt ist es so. Sich vom russischen Gas zu befreien, kann nur ein langer Prozess sein, der auch teuer sein wird", so Schallenberg.

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(APA)