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Berta Zuckerkandls
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Wiener Originale

Auf Berta Zuckerkandls Diwan wird Österreich lebendig

In Berta Zuckerkandls Salon verkehrt vor 100 Jahren die Elite des Landes: Die Journalistin setzt sich auch für die künstlerische Avantgarde ein. Von den Secessionisten bis zur Wiener Werkstätte.

Auf meinem Diwan wird Österreich lebendig“, stellt die Salonière Berta Zuckerkandl fest.

Sie will, Alma Mahler-Werfel ähnlich, der Mittelpunkt des künstlerischen und gesellschaftlichen Lebens sein. In ihrem Wiener Salon – zunächst in der Döblinger Nußwaldgasse, später in der Beletage oberhalb des Cafés Landtmann – verkehren in den turbulenten Zeiten des 20. Jahrhunderts Größen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und vor allem Kunst. Sigmund Freud und Arthur Schnitzler, Stefan Zweig und Hugo von Hofmannsthal, Gustav Klimt und Otto Wagner, Alexander Girardi und Johann Strauß, Gustav Mahler und Arnold Schönberg.

Berta dejeuniert, diniert und nimmt den Tee mit Gott und der Welt, telefoniert, telefoniert, telefoniert: „Ich bin süchtig. Telefonsüchtig“, bekennt sie, „wenn Hofmannsthal das Telefon ein indiskretes Instrument genannt hat, nenne ich es das unmittelbarste.“ Heute wäre sie vermutlich social-media-süchtig.

Arthur Schnitzler animiert die gute Freundin: „Ich erwarte ein Telefontagebuch von Ihnen! Was Sie mir jetzt in einer halben Stunde erzählten, wäre schon Stoff zu einem hochinteressanten Buch.“ Es werden drei Bücher. Und Schnitzler ist überzeugt: „Gerade Sie als Frau begreifen näher und intimer, aus welchen Elementen eine Epoche geworden ist, die im Rückblick gewiss als einheitliches und bedeutendes Ganzes zu erkennen sein wird.“