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Dina Zelig kam in Wien auf die Welt, sie konnte mit ihren Eltern 1938 aus der Stadt fliehen. Mit ihren Töchtern Michelle (l.) und Suzanne lebt sie in Australien.
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Überlebende und Vertriebene aus Wien

"Holocaust war allgegenwärtig"

Nach zwei Jahren Pandemie-Pause begaben sich Überlebende und Vertriebene aus Wien und ihre Nachkommen auf alte Spuren: Erinnerungen an eine Stadt, die Gift versprühte.

Sylvia und Peter Last wissen nicht, wie die Bilder entstanden sind. Drei Stück sind es, veröffentlicht im Hetz- und Hassblatt „Stürmer“. Eine Kopie der Seite hat das Ehepaar aus New York nach Wien mitgenommen, sie falten sie auf und legen sie auf einen kleinen Tisch. Die drei Bilder sind aneinandergereiht, sie haben Untertitel und sollen eine Geschichte erzählen. Unter dem ersten Bild – zu sehen ist ein elegant gekleidetes Paar mit einem Kinderwagen – steht zu lesen: „Im Honigmond. Im Juli 1938 zu Prag. Der Jude hat eine Nichtjüdin geheiratet. Stolz schiebt er selbst den Kinderwagen durch die Straßen Prags.“

Auf dem zweiten Bild ist das Kind etwas größer, die Mutter schiebt den Wagen, der Vater ist einen Schritt hinter ihr. „Mißmutig lacht der Jude (. . .) Er sucht nach Mitteln und Wegen, wie er seine nichtjüdische Ehefrau und den Mischling auf die sicherste Art loswerden kann.“ Das dritte Bild: Nur die Frau mit Kind. „Die deutsche Frau ist allein.“ Der Vater habe sie verlassen.

Eine Mahngeschichte soll das sein.