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Dominic Thiem

„Heilfroh über jeden Sieg“ Thiems neue Maßstäbe

Heute startet Dominic Thiem in die French Open. Kann Österreichs Tennisstar ausgerechnet in Paris wieder gewinnen?

Wieder fit, aber keinesfalls als Titelkandidat ist Dominic Thiem nach Paris gereist. Der 28-jährige Niederösterreicher, der bei den French Open viermal im Semifinale und zweimal im Finale (2018 und 2019) gestanden und mehrere Jahre hinter Rafael Nadal der zweitbeste Sandplatzspieler der Welt gewesen ist, muss sich aktuell über jeden Rundengewinn freuen. Daran ändert auch die an sich gute Auslosung gegen den Bolivianer Hugo Dellien (ATP 87) nichts, gegen den er heute (11 Uhr, live, Eurosport, Servus TV) zum ersten Mal spielen wird.

Schließlich hätte Thiem wegen seiner Nichtsetzung schon in Runde eins ein absoluter Topspieler drohen können. Was ihm aber sicher droht: ein weiterer Rückfall in der Weltrangliste. Mit 13. Juni fallen ihm 180 seiner aktuell 295 Punkte vom Viertelfinale bei den French Open 2020 aus der Wertung. Er wird sich dann nur noch um Position 370 einreihen.


„Rückschritt“. Trotz aller Durchhalteparolen von Thiem selbst und aus seinem Umfeld bereitet die Bilanz seines bisherigen Comebacks Sorge. Seit seiner Handgelenksverletzung am 22. Juni 2021 auf Mallorca und danach 280 Tagen Auszeit hat die ehemalige Nummer drei der Welt sechs Turniere gespielt und bei allen sechs gleich zum Auftakt verloren. Nur einen Satz hat der 17-fache ATP-Turniersieger dieses Jahr gewonnen (vor über einem Monat gegen John Millman in Belgrad).

„Es ist nicht so wie in den vergangenen Jahren, dass ich in Roland Garros einer der Top-Favoriten bin. Ich wäre heilfroh, wenn ich ein, zwei Runden gewinnen würde“, meinte Thiem. Seinen jüngsten Auftritt in Genf gegen Marco Cecchinato hat Thiem auch selbst als „Rückschritt“ bezeichnet.

Zumindest ist der Lichtenwörther heuer nicht der einzige Österreicher im Feld. Von den vier Landsleuten in der Qualifikation (drei Männer, eine Frau) hat sich Sebastian Ofner erstmals seit Wimbledon 2017 (dritte Runde) wieder für ein Grand-Slam-Turnier qualifiziert. Der 26-jährige Steirer bekommt es heute mit dem Weltranglistendritten Alexander Zverev zu tun und darf ob seines prominenten Gegners auf dem zweitgrößten Platz, dem Court Suzanne Lenglen, aufschlagen (drittes Match nach 11 Uhr, Eurosport).

Wie es für Thiem nach seinem dieses Mal wohl kürzeren Paris-Aufenthalt weitergeht? Ab 5. Juni will er beim Challenger-Turnier in Perugia antreten – ein weiteres Sandplatz-Event, während die ATP-Tour auf Rasen wechselt und sich für Wimbledon (ab 27. Juni) einspielt. Gut möglich, dass Thiem weiter auf seinem Lieblingsbelag Matchpraxis sammeln wird, in Italien (und Salzburg) finden weitere Sand-Challenger statt, ehe im Juli die ATP-Events in Hamburg und Kitzbühel warten. Für Letzteres hat er bereits zugesagt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.05.2022)