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Leitartikel

Eine Krise offen kommunizieren? Nicht in Österreich

Das Vertrauen der Bevölkerung in die Regierung wurde nach dem Kommunikations-Desaster der vergangenen beiden Jahre arg in Mitleidenschaft gezogen.Die Presse/Clemens Fabry
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Der Bevölkerung wird die ganze Wahrheit schlichtweg nicht zugemutet. Diese Erkenntnis gehört zu den bittersten aus der Pandemie.

Mal ehrlich! Wie viele von Ihnen haben mitbekommen, dass die Regierung vor ein paar Monaten die Quarantänepflicht für Kontaktpersonen von Infizierten aufgehoben hat – selbst für Nichtgeimpfte und Nichtgenesene? Oder dass vor wenigen Wochen festgelegt wurde, eine Infektion einer Impfung nicht mehr gleichzusetzen, sodass für eine Grundimmunisierung zwingend drei Impfungen statt dreier sogenannter immunologischer Ereignisse erforderlich sind? Oder dass die Gesundheitsbehörden die epidemiologische Fallabklärung, also das Zurückverfolgen von Infektionsketten auf ihren Ursprung, nie wieder aufnahmen, nachdem sie sie auf dem Höhepunkt der Omikron-Welle Anfang des Jahres wegen Überlastung aufgegeben hatten?

Als wäre es nicht mehr wichtig zu wissen, in welchen Settings sich die meisten Ansteckungen ereignen – ob also beispielsweise die Nachtgastronomie immer noch zu den Treibern der Pandemie gehört oder der Großteil der Infektionen außerhalb von Privaträumen mittlerweile reiseassoziiert ist, nachdem praktisch alle Beschränkungen gefallen sind. Und als wäre es nicht sinnvoll, die mühsam aufgebauten Strukturen für das Contact-Tracing noch eine Weile aufrechtzuerhalten, wie derzeit auch die Ausbreitung der Affenpocken zeigt, die ebenfalls eine Kontaktnachverfolgung notwendig machen könnte.