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Geschichte

Gospel, Rag und Jodler: Und auf einmal war der Pop geboren

Bei der neuartigen populären Musik mischten ab 1830 auch Tiroler mit, zeigt Bob Stanley in seinem Buch „Let's Do It: The Birth Of Pop“.

Im Jahr 1831 kündigte eine New Yorker Zeitung ein „Grand Musical Entertainment“ an: Das Gesangsquartett „Tyrolese Minstrels“ aus dem fernen Österreich sollte die beliebtesten Songs alpiner Bergbewohner zum Besten geben. Auf dem Programm standen etwa ein „Yager Chor“ und ein „Steyrischer Kureihn“. Tags darauf war eine Kritik zum Konzert dieser „interessanten Fremden“ mit Gamsbart und Lederhose zu lesen: „Besondere Begeisterung“ hatte beim Publikum die „aufregende Wildheit in manchen Melodien“ gefunden.

Nur eine kuriose Petitesse? Die Amerika-Tourneen dieser Formation waren so erfolgreich, dass ihnen rasch ähnliche aus Deutschland und der Schweiz folgten. Sie alle inspirierten junge Männer von der Ost- bis zur Westküste zu A-Cappella-Quartetten. Die Viererbanden sangen an Straßenecken oder abends unter Laternen, und als ab 1900 Schallplatten populär wurden, waren sie zunächst das beliebteste Genre. Freilich waren für sie auch Gospels eine wichtige Quelle. Aber der Sound war höchst heterogen. Im jungen Schmelztiegel USA ging die heranreifende Musik die wildesten Mischehen ein.