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Interview

Marco Pogo: "Ich kann auch als Kunstfigur nicht alles sagen"

Marco Pogo
„Das zieht sich wie ein gelber Faden durch mein Leben“, sagt Marco Pogo über das Bier, das – zumindest oberflächlich – zentrale Thema seiner künstlerischen und politischen Aktivitäten. In Wirklichkeit verträgt er gar nicht so viel, verrät er.Jana Madzigon
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Marco Pogo – Punkrocker, Bierbrauer, Chef der Bierpartei und bald Präsidentschaftskandidat – ist ernsthafter geworden. Jetzt macht er gar Kabarett. Ein Gespräch über Alkohol, Wähler-Verrat und das, was eine Kunstfigur sich erlauben darf.

Ihr erstes Kabarettprogramm heißt „Gschichtldrucker“. Einem solchen sollte man ja eigentlich nicht alles glauben. Sind Sie ein Gschichtldrucker?

Marco Pogo: Viele glauben das wahrscheinlich. Deswegen lasse ich mir kreativ gern die Hintertür offen, die Dinge noch schöner auszuschmücken. Aber im Prinzip ist alles, was ich im Programm erzähle, so passiert.

Worum geht es darin, und welche Rolle spielt Bier dabei?

Bier spielt wie immer eine übergeordnete Rolle. Das zieht sich wie ein gelber Faden durch mein Leben. Es geht um das glamouröse Leben eines Musikers, kaputte Tourbusse, meinen Werdegang vom Arzt zum Musiker zum Politiker und zurück. Ich habe auch die Geschichte der Bierpartei verarbeitet. Dann hab ich mir ein lustiges Bühnenbild überlegt und eine Tiki-Bar besorgt. Sie wackelt ein bisschen, aber sie ist sehr schön.

Das klingt nach einer recht ernsthaften Aufarbeitung Ihres bisherigen Schaffens.

Früher habe ich mehr Satire gemacht. Seit dem politischen Erdbeben 2020 bei der Wien-Wahl, also dem Einzug der Bierpartei in die Bezirke, bin ich in Amt und Würden und denke mir, es wäre schade, da nicht auch Ernsthaftigkeit einfließen zu lassen. In Simmering hatten wir 2,7 Prozent. In ganz Wien waren es 16.000 Leute, die uns ihr Kreuzerl gegeben haben. Da waren viele dabei, die in dem Projekt mehr sehen. Wie ich.

Wie viele Ihrer Wähler, glauben Sie, erhoffen sich wirklich einen Bierbrunnen – eines Ihrer Wahlversprechen?