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Drohgebärden

Pjöngjang hat offenbar Interkontinentalrakete getestet

Im südkoreanischen Fernsehen werden Bilder vom Raketentest des nördlichen Nachbarns gezeigt.
Im südkoreanischen Fernsehen werden Bilder vom Raketentest des nördlichen Nachbarns gezeigt.APA/AFP/JUNG YEON-JE
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Südkorea meldet, dass das Regime in Nordkorea mehrere ballistische Raketen ins Meer gefeuert habe. Mindestens eine davon sei atomwaffenfähig gewesen.

Nordkorea hat nach Angaben des südkoreanischen Militärs offenbar mindestens eine atomwaffenfähige Interkontinentalrakete (ICBM) getestet. Nordkorea habe am Mittwochmorgen (Ortszeit) innerhalb einer Stunde drei ballistische Raketen in Richtung offenes Meer im Osten abgefeuert, teilte Südkoreas Generalstab mit. Davon sei die erste möglicherweise eine ICBM gewesen. Sie sei etwa 360 Kilometer weit geflogen.

Zu Interkontinentalraketen zählt man Raketen, die eine Reichweite von mehr als 5500 Kilometern haben. Ob Nordkorea bewusst die Flugdistanz auf einige Hundert Kilometer beschränkt hat, war zunächst unklar.

Auch die japanische Küstenwache meldete mindestens zwei Raketenstarts. Die Raketen seien offenbar außerhalb der ausschließlichen Wirtschaftszone Japans gelandet, berichtete der japanische Rundfunk NHK. Weitere Einzelheiten waren zunächst nicht bekannt.

US-Präsident Biden in der Region

Der Vorfall erfolgte zum Ende der Asienreise von US-Präsident Joe Biden, der am Wochenende noch in Südkorea Station gemacht hatte. Die USA hatten davor gewarnt, dass Nordkorea offenbar während Bidens Besuch zu einem Waffentest bereit sei. Nordkorea führt seit Beginn des Jahres ungewöhnlich viele Raketentests durch.

UNO-Resolutionen untersagen Nordkorea die Erprobung ballistischer Raketen, die je nach Bauart auch einen Atomsprengkopf tragen können. Pjöngjang treibt seit Jahren die Entwicklung von atomwaffenfähigen Raketen voran. Das Land ist deswegen harten internationalen Sanktionen unterworfen.

Warnung vor Atomwaffen in Nordkorea

Biden und sein südkoreanischer Amtskollege Yoon Suk Yeol hatten sich am Wochenende noch darauf verständigt, Maßnahmen zur Abschreckung des atomar bewaffneten Staates zu verstärken. Gleichzeitig boten sie Nordkorea Hilfe zur Eindämmung des ersten bestätigten Virus-Ausbruchs an.

Die USA warnen seit Wochen, Nordkorea könne bald erstmals seit 2017 wieder einen Atomwaffentest vornehmen. Das international weitgehend isolierte und mit harten Sanktionen belegte Land hatte in den vergangenen Monaten eine Reihe von Raketentests ausgeführt. Dazu gehörte auch der Abschuss einer ballistischen Interkontinentalrakete.

(APA/AFP/reuters/dpa)