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Brüssel-Briefing

Putins Oligarchen werden die Ukraine nicht aufbauen

via REUTERS
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Die Europäische Kommission will die rechtliche Basis dafür schaffen, dass das eingefrorene Vermögen der Handlanger Putins zur Rekonstruktion der Ukraine verwendet wird. Eine richtige Idee - die aber an der Realität zu scheitern droht.

Man ist nach mehr als drei Monaten russischen Vernichtungskrieges gegen die Ukrainer schon einiges gewohnt, doch der Zynismus russischer Regimebüttel raubt einem noch immer den Atem. Am Dienstag beispielsweise erklärte der Sprecher der russischen Botschaft in Frankreich, Alexander Makogonow, in einem französischen Fernsehinterview, die Russen (pardon: die „Behörden der Volksrepublik Donetsk") würden die vom russischen Militär fast komplett zerstörte ukrainische Schwarzmeerstadt Mariupol zum schönsten Badeort der gesamten Küste wieder aufbauen. Und er grinste dabei mit einer Unverfrorenheit, dass es einem graute.

Jenseits solcher grausamer Scherze wird der Wiederaufbau der Ukraine eine kolossale Aufgabe für - ja, für wen genau? Natürlich wird schon jetzt an internationalen Lösungen gearbeitet, wobei „internationale Lösung“ einmal mehr heißt, dass der demokratische, freiheitliche Westen, also die EU und ihre angloamerikanischen Verbündeten das Heft (und das metaphorische Scheckbuch) in die Hand nehmen werden, sobald der Krieg zu Ende ist, was niemand seriös prophezeien kann. Von aufstrebenden Wirtschaftsmächten wie China, Indien oder Brasilien darf man sich hier ebenso wie in den Fällen Afghanistans und Syriens wenig erwarten. Soviel zum Thema „Multilateralismus“ und „Völkergemeinschaft“.