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Interview

GPA-Chefin Teiber: „Es ist eine gute Zeit, um mehr zu fordern“

Barbara Teiber ist seit 2018 Vorsitzende der GPA.
Barbara Teiber ist seit 2018 Vorsitzende der GPA.(c) Die Presse/Clemens Fabry
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GPA-Chefin Barbara Teiber will keine Abstriche in der Lohnrunde machen – trotz Teuerungsausgleichs.

Die Presse: Die Zahl der offenen Stellen ist auf einem Rekordhoch, die Betriebe werben um Arbeitnehmer, statt Arbeitnehmer um Jobs. Braucht es in so einer Situation überhaupt noch eine Gewerkschaft?

Barbara Teiber: Ja, jedenfalls. Es stimmt, dass es Arbeitnehmer beim Einstieg jetzt einfacher haben und durchaus Bedingungen stellen können. Wir unterstützen die Menschen dabei, wie man solche Gespräche führt, und zeigen, welche Durchschnittsgehälter es in einer Branche gibt. Und es ist auch wichtig, wenn man schon im Job ist, regelmäßige Gehalts- und Lohnerhöhungen zu bekommen. Und das kriegt man nur mit einer starken Gewerkschaft.

Wobei sich das ja gerade wandelt, weil Betriebe viel bieten müssen, um Mitarbeiter zu bekommen und zu halten. Da sind Beschäftigte weniger auf die Gewerkschaft angewiesen, weil sie sich die Lohnerhöhungen leichter selbst holen können.

Aber viel zu wenige tun das auch. Gerade Frauen treten im Job zu wenig selbstbewusst auf. Wir wollen zeigen, dass man nicht nur beim Berufseinstieg verhandeln kann, sondern auch, wenn man schon im Job ist. Das betrifft die Löhne und Gehälter, aber auch die Rahmenbedingungen wie die Arbeitszeit, Vergünstigungen wie das Klimaticket. Es ist jetzt einfach eine gute Zeit, um mehr zu fordern.