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Archivbild: Goldbarren in einem Werk in Sibirien. Russlands Angriff auf die Ukraine ist keineswegs der einzige Faktor, der die Rohstoffpreise in die Höhe treib, er verstärkt diesen Trend lediglich.
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Rohstoffpreise

Warum sich Gold gut hält, aber nicht abhebt

Die traditionell optimistischen Autoren des „In Gold We Trust“-Reports erwarten für heuer einen neuen Goldpreisrekord. Ende der Dekade soll eine Feinunze 4800 Dollar kosten. Vieles hängt aber von den Notenbanken ab.

Wien. Wir erleben gerade Geschichtsträchtiges – und das bedeutet meist nichts Gutes. Nur in vier der vergangenen 100 Jahre ist es vorgekommen, dass sowohl Aktien als auch Anleihen verloren haben. Die Chancen sind hoch, dass heuer das fünfte derartige Jahr wird, da Aktien sich einem Bärenmarkt nähern und Anleihen so schlecht performt haben wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Der US-Leitindex Dow Jones hat vor der jüngsten Erholung acht Wochen in Folge negativ beendet, eine solche Serie gab es zuletzt 1923.

Hintergrund ist die Geldpolitik. Dabei haben die Notenbanken noch gar nicht so richtig damit begonnen, den Märkten Geld zu entziehen. Die US-Notenbank Fed hat die Leitzinsen lediglich auf die Spanne zwischen 0,75 und 1,0 Prozent angehoben, die Europäische Zentralbank (EZB) hält die Zinsen seit Jahren bei null und hat nur angedeutet, demnächst davon abgehen zu wollen. Auch dass die Notenbanken keine Anleihen mehr kaufen, ja eventuell sogar welche verkaufen wollen, wurde erst angekündigt. Der reale Leitzins ist so niedrig wie noch nie in der Geschichte. Wie werden die Märkte erst reagieren, wenn die Notenbanken ihre Straffungsankündigungen wahr machen?