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Kultur

Salzburger Festspiele 2022

Von 18. Juli bis 31. August finden heuer die Salzburger Festspiele statt. Das Programm ist vielseitig und verspricht „Göttliches“.

Es gibt kaum ein italienisches Gymnasialkind, das nicht zumindest ein paar Verse aus Dante Alighieris „La divina commedia“ ad hoc rezitieren kann. In Österreich ist die „Göttliche Komödie“ mit Dantes Jenseits-Reise nicht jedem geläufig. Trotzdem verschreibt man sich in Salzburg mit den heurigen Festspielen genau jenem epischen Gedicht, der auch Giacomo Puccini zu dessen Opernzyklus „Il trittico“ inspiriert hat. Die drei Einakter „Il tabarro“, „Suor Angelica“ und „Gianni Schicchi“ gelangen heuer unter dem Dirigat von Franz Welser-Möst zur Aufführung, der, wie er Walter Weidringer im Interview erzählt, gespannt ist auf Regisseur Christof Loys Konzept. Dieses sieht nämlich vor, dass alle drei Titelpartien von nur einer Sängerin, Asmik Grigorian, übernommen werden – eine stimmliche und darstellerische Herausforderung.

Nicht nur an den Titel, sondern auch an die Thematik der „Divina commedia“ erinnert auch Carl Orffs Oratorium „De temporum fine comoedia“, das gemeinsam mit Béla Bartóks Oper „Herzog Blaubart“ zur Aufführung gelangt. Dirigent Teodor Currentzis und Regisseur Romeo Castellucci werden diese beiden Werke miteinander verknüpfen. Zeit mit Bartók wird das Publikum heuer genug verbringen, ist dem Komponisten gar ein eigener Schwerpunkt gewidmet. Auch Wolfgang Rihm wird anlässlich seines 70. Geburtstags gehuldigt, unter anderem mit einer konzertanten Darbietung seiner Oper „Jakob Lenz“. Als „Schöpfer“ bezeichnet der Dirigent Jakub Hrůša Leoš Janáček, dessen „Katja Kabanowa“ in einer „körperlichen“ Inszenierung von Barrie Kosky zu erleben sein wird. 

Es sind Abgründe des Menschlichen, die heuer zu erleben sein werden, dramatisch geht es auch im Schauspielprogramm der Festspiele zu: Der belgische Regisseur Ivo van Hove inszeniert etwa das Stück „Ingolstadt“ von Marieluise Fleißer und sieht dieses Werk als Metapher für „alles Schlechte im Menschen“. Dantes „Göttliche Komödie“ wird übrigens auch tatsächlich zu erleben sein: In einer von sieben Schauspielern vorgetragenen Marathonlesung, die, so Schauspieldirektorin Bettina Hering im Interview, zum Ziel habe, dem Publikum zu ermöglichen, „in ein Universum einzusteigen“.

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