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Neugestaltung

Margareten: Der lange Weg zur begrünten Straße

Beete und Bäume: So soll die Reinprechtsdorfer Straße künftig aussehen. (Rendering).www.oln.at
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Die Reinprechtsdorfer Straße soll nun - endlich - neu gestaltet werden. Im Herbst 2023 soll der erste „klimafitte“ Teil eröffnet werden.

Sie könnte wohl ins wieninterne Buch der Rekorde eingehen, die Reinprechtsdorfer Straße. Als diejenige Straße nämlich, deren Neugestaltung wohl länger gedauert hat als alle anderen.

Denn dass die Einkaufsstraße im fünften Bezirk eher dringend ein Facelift braucht, hat man schon vor mehr als zehn Jahren erkannt, 2014 schließlich startete dann das erste, gleich dreijährige Bürgerbeteiligungsverfahren. Es folgten (noch mehr) Beteiligungen, allerlei überarbeitete Pläne und Debatten – vor allem auch innerhalb der Bezirksparteien. Aber: Keine Neugestaltung. Obwohl man sich im Grunde einig war, wohin die Reise gehen soll – mehr Grün, weniger Verkehr.

„Die Leute sind ungeduldig und ich versteh's“ 

Jetzt aber wird es tatsächlich ernst. Oder wie es Planungsstadträtin Ulli Sima (SPÖ) am Montag bei der Präsentation formulierte: „Was lange währt, wird endlich gut.“ Man wolle den ersten Abschnitt der neu gestalteten Reinprechtsdorfer Straße (zwischen Arbeitergassse und Schönbrunner Straße, siehe Grafik unten) nun „schnell über die Bühne bringen“, so Sima. Denn: „Die Leute sind ungeduldig und ich versteh's.“

Ab Frühling 2023 wird nun der erste, rund 400 Meter lange Teil der Straße zu einer „klimafitten“ Einkaufsstraße umgestaltet. Die Neuerungen unterscheiden sich dabei nicht wesentlich von jenen, die derzeit in Wien State of the art sind: Es wird begrünt (auch mit Beeten zwischen den Bäumen), verkehrsberuhigt und gekühlt – Wasserspiele und Nebelstelen sollen für Abkühlung sorgen.

Fix ist auch, dass die derzeitige, temporäre Einbahnlösung (die wegen der Baustelle zur künftigen U2-Station notwendig wurde) zu einer permanenten wird. Soll heißen: Der Pkw-Verkehr wird auf der Reinprechtsdorfer Straße künftig nur noch Richtung Matzleinsdorfer Platz unterwegs sein dürfen. Das bringe nicht nur, wie die Margaretner Bezirksvorsteherin Silvia Jankovic (SPÖ), sagt, „weniger Lärm, weniger Stau und weniger Durchzugsverkehr“.

Mehr Platz für Radfahrer und Fußgänger

Auch Radfahrer (sie dürfen weiter in beide Richtungen fahren) und Fußgänger (die Gehsteige werden von 3,5 auf bis zu sechs Meter verbreitert) haben dann mehr Raum. Geplant ist eine „„Baumallee auf beiden Straßenseiten“. Auf den 400 Metern Länge sollen 32 neue Bäume kommen, „um 22 mehr“, wie Sima betont, „als ursprünglich geplant“. Denn der „Vorentwurf hat uns nämlich nicht gefallen“.

Was nicht extrem überraschen mag – stammte dieser Entwurf doch von Simas grüner Vorgängerin als Planungsstadträtin, Birgit Hebein. Und von Jankovics Vorgängerin als Bezirksvorsteherin, Susanne Schaefer-Wiery, die die SPÖ nach einem Streit verlassen und ihre letzte Legislaturperiode parteifrei zu Ende gebracht hatte.

Und dabei, kurz vor der Gemeinderatswahl 2020, gemeinsam mit Hebein eher überraschend eine (neue) Neugestaltung (schon wieder!) der Reinprechtsdorfer Straße präsentiert hatte, die wiederum Unmut innerhalb der anderen Fraktionen ausgelöst haute.

Warten auf die U-Bahn

Damit soll nun Schluss sein, Jankovic hofft auf Konsens im Bezirk, die Pläne zur Neugestaltung wurden dem Bezirksparlament Montagabend präsentiert.

Im Herbst 2023 soll der erste Abschnitt fertig sein. Dann geht die Neugestaltung aber schon wieder in die Zwangspause: Denn ehe nicht die Arbeiten für die U2-Station auf Höhe Siebenbrunnenplatz abgeschlossen sind (was 2027 oder 2028 der Fall sein wird), kann man auch die Reinprechtsdorfer Straße nicht weiter umgestalten. Der erste Abschnitt soll aber die Richtung vorgeben, wie der Rest der Straße dann aussehen wird, sprich: klimafit, grüner und nebelbesprüht.

Frühestens 2028 soll dann abgeschlossen sein, was 2014 mit der ersten Bürgerbeteiligung begonnen hat. Eine schwere Geburt. Auch für Wiener Verhältnisse. Immerhin hat sogar die damals heftig umstrittene Neugestaltung der Mariahilfer Straße trotz Befragungen, diverser Proteste und Kompromiss–Findungen eine vergleichsweise kurze Genese: Zwischen der Idee von Rot-Grün im Jahr 2010 bis zur Eröffnung sind nur fünf Jahre vergangen.

GK