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Atomenergie

Iran dürfte Uran-Bestände massiv ausgebaut haben, griechische Schiffe im persischen Golf gestoppt

Archivbild der iranischen Nuklearforschungsanlage in Natanz.
Archivbild der iranischen Nuklearforschungsanlage in Natanz.APA/AFP/HENGHAMEH FAHIMI
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Die USA hatten das Atomabkommen 2018 einseitig aufgekündigt. Rettungsversuche des Vertrags laufen, stehen aber auf der Kippe.

Der Iran nähert sich laut Internationaler Atomenergiebehörde (IAEA) einer signifikanten Hürde bei der Herstellung von atomwaffentauglichem Material. Die Islamische Republik habe 43,1 Kilogramm Uran bis zu einem Reinheitsgrad von 60 Prozent angereichert, hieß am Montag in einem Bericht der Organisation in Wien, der der Deutschen Presse-Agentur vorlag.

Rund 50 Kilogramm würden für eine Atomwaffe genügen, falls das Material noch etwas höher auf 90 Prozent angereichert würde, sagte dazu ein hochrangiger Diplomat, der das iranische Atomprogramm seit langem beobachtet.

Gespräche stehen auf der Kippe

Der Quartalsbericht der IAEA zum Iran wurde vor dem Hintergrund der Verhandlungen über die Rettung des Atompaktes mit dem Iran erstellt. Die Gespräche stehen auf der Kippe, weil sich Washington und Teheran nicht darauf einigen können, welche US-Sanktionen wieder aufgehoben werden. Eine neuerliche Einschränkung des iranischen Atomprogramms ist hingegen schon weitgehend ausverhandelt. Westliche Diplomaten warnen seit Monaten, dass die Wiederherstellung des Atomabkommens von 2015 immer unwahrscheinlicher werde, je weiter der Iran insbesondere die Uran-Anreicherung vorantreibe.

Teheran hat stets betont, nicht nach Atomwaffen zu streben, sondern Uran nur für Atomkraftwerke und für wissenschaftliche und industrielle Zwecke zu verwenden. Die IAEA war jedoch bisher nicht in der Lage, dies zu bestätigen.

Laut einem weiteren Bericht, den die Behörde am Montag vorlegte, hat Teheran entgegen einer Vereinbarung noch immer nicht erklärt, warum die IAEA Spuren von Uran an mehreren Orten entdeckt hat, die nicht als offizielle Atomanlagen deklariert wurden. Der Iran "hat keine technisch glaubhaften Erklärungen geliefert", hieß es.

Beschlagnahmung von Tankern im Persischen Golf

Unterdes krisierten die USA die Beschlagnahmung zweier griechischer Tanker durch iranische Revolutionsgarden im Persischen Golf. "Irans fortgesetzte Drangsalierung von Schiffen (...) ist eine Bedrohung für die Sicherheit des Seeverkehrs und die Weltwirtschaft", erklärte US-Außenminister Antony Blinken am Montag nach einem Telefonat mit seinem griechischen Kollegen Nikos Dendias.

Die iranische Schifffahrtsbehörde hatte am Samstag mitgeteilt, dass die Besatzung der beiden Tanker nicht festgenommen worden sei und sich bei guter Gesundheit an Bord ihrer Schiffe befinde. Die Revolutionsgarden hatten die Schiffe wegen angeblicher Verstöße am Freitag gestoppt.

Zuvor hatte die Regierung in Teheran Griechenland mit Strafmaßnahmen gedroht, weil griechische Behörden vergangenen Monat den unter iranischer Flagge fahrende Tanker "Pegas" mit 19 russischen Besatzungsmitgliedern an Bord aufgrund von EU-Sanktionen gestoppt hatten.

Die USA beschlagnahmten nach einem Reuters-Bericht das aus dem Iran stammende Öl auf der "Pegas" und wollen dies demnach mit einem anderen Schiff in die Vereinigten Staaten transportieren. Der Iran und Russland sind von den USA mit unterschiedlichen Sanktionen belegt.

Die "Pegas" konnte ihre Fahrt fortsetzen, weil es Unklarheiten über die Sanktionen gegen ihre Eigner gab. Die "Pegas" war eines von fünf Schiffen, die die USA als Ziel von Sanktionen gegen die Promswjasbank benannt hatten. Die Bank soll für die russische Armee von Bedeutung sein.

(APA/AFP)