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Urschitz meint

Die Kunst der gepflegten Deppensteuer

Wer im Februar 1850 Euro in ein Zehntausendstel der „digitalen Kopie“ von Klimts „Der Kuss“ investiert hat und diesen Pixelhaufen jetzt weiterverkaufen will, darf mit einem Verlust von knapp 90 Prozent rechnen.(c) IMAGO/Xinhua (IMAGO/Guo Chen)
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Wenn nur „Krypto“ dabeisteht, lassen sich die Leute fast alles andrehen.

Aus der beliebten Serie „Was wurde eigentlich aus“ – der vom Belvedere im Februar in NFT-Form gebrachten Digitalfotografie von Klimts „Der Kuss“? Das: Wer damals 1850 Euro in ein Zehntausendstel dieser „digitalen Kopie“ investiert hat und diesen Pixelhaufen jetzt weiterverkaufen will, darf mit einem Verlust von knapp 90 Prozent rechnen. Eigentlich mehr, denn für den Weiterverkauf muss er dem Belvedere ja noch eine fette Provision bezahlen.

Neun Zehntel Wertverlust in dreieinhalb Monaten. Fesch! Die im Februar an dieser Stelle getroffene Feststellung, dass es sich bei NFT-Emissionen oft wohl nur um eine spezielle Form der Deppensteuer handle, war also nicht weit hergeholt. Mitleid mit den „Opfern“ ist dennoch nicht angebracht. Denn das Belvedere ist ja auf knapp drei Vierteln der NFT-Emission sitzen geblieben, was für die Intelligenz der potenziellen Anleger spricht.