Pizzicato

Amorphophallus titanum

Am Dienstag verordnete der Gesundheitsminister das Masken-Aus. Zu einem heiklen Zeitpunkt:

Denn im Botanischen Garten der Uni Wien blühte zeitgleich die bestialisch stinkende Pflanze Amorphophallus titanum – zu deutsch „gigantischer unförmiger Penis“ – auf. Eine Peepshow für Akademiker quasi.

Apropos: Auch vor der neuen Virusvariante BA.5 muss man gefeit sein, denn ein Virus mit fünf Studienabschlüssen ist sicher schlau. Selbst wenn es für ihn nur zum Bachelor, nicht zum Master gereicht hat. In Wien gibt es ja viele Menschen, die nach dem Bachelor weiter studieren, sie werden dann Hausmaster. Aber auch am Land hat man inzwischen studierte Bauern, also Ackerdemiker.

Für Marketing-Experten muss der Hype um den Amorphophallus titanum frustrierend sein. Da überlegt man tagein, tagaus, welches Produkt man Menschen gut verkaufen kann, und dann stehen sie Schlange, um eine Stinkpflanze zu sehen. Deswegen ein Parfum namens „Eau de gigantischer unförmiger Penis“ auf den Markt zu bringen wäre aber doch gewagt. Andererseits besprühen sich die die Leute ja sogar mit Klogeruch – also mit „Eau de Toilette“. Oder wie man in der Wiener SPÖ sagt: „Eau de Heisl“. Einen Vorteil hätte das Stinkepflanzen-Parfum in maskenlosen Zeiten aber schon: Die Passanten würden genug Abstand von einem halten. (aich)

Reaktionen an: philipp.aichinger@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.06.2022)

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