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Reform

Langes Warten auf Lehrpläne für Schulbuchverlage „Problem“

Neue Lehrpläne für Volks- und Mittelschulen sowie AHS-Unterstufe.
Neue Lehrpläne für Volks- und Mittelschulen sowie AHS-Unterstufe.REUTERS
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Für die Überarbeitung der Bücher braucht es ein Jahr Vorlaufzeit. Doch die neuen Lehrpläne für das Schuljahr 2023/24 fehlen weiter.

Mit dem Schuljahr 2023/24 bekommen Volks- und Mittelschulen sowie AHS-Unterstufen neue Lehrpläne. Von der Opposition hagelt es seit Monaten Kritik, dass diese bis dato noch nicht in Begutachtung geschickt wurden. Angekündigt waren sie ursprünglich für Herbst 2021.
Unterdessen werden die Schulbuchverlage immer nervöser. Sie brauchen für die Überarbeitung der Schulbücher bis zu einem Jahr Vorlaufzeit.

„Wenn wir darauf warten würden, bis alles beschlossen ist, wären wir chancenlos“, sagt Maximilian Schulyok, Geschäftsführer des Österreichischen Bundesverlags Schulbuch. Dort bereitet man sich deshalb längst mit vorläufigen Entwürfen vor. „Würde sich noch groß etwas ändern, wäre das tatsächlich ein Problem“, sagt Schulyok.

Grüne: Kompetenzorientierung „total in unserem Sinn“ 

Martin Polaschek (ÖVP) sei der „Rattenschwanz“ an Problemen, die aus der langen Wartezeit entstünden, „entweder nicht bewusst“ oder „egal“, sagt SPÖ-Bildungssprecherin Petra Vorderwinkler. Die monatelange Zeitverzögerung wird im Ministerium mit dem Ministerwechsel und dem großen Umfang des Projekts erklärt. Im Hintergrund gibt die ÖVP da und dort auch dem Koalitionspartner die Schuld, die Pläne „ewig liegen gelassen“ zu haben.

Tatsächlich aber dürften diese mehr oder weniger vor vollendete Tatsachen gestellt worden sein. „Wir haben die Pläne erst Mitte April erhalten“, sagt Bildungssprecherin Sibylle Hamann zur „Presse“. Man habe kein Interesse daran, den langen Entstehungsprozess, an dem man gar nicht beteiligt gewesen sei, aus politischen Gründen zu verzögern.

Inhaltlich sei man zudem großteils einverstanden. Vor allem die forcierte Kompetenzorientierung sei „total in unserem Sinn“, ebenso die Betonung von fächerübergreifendem Lernen, sagt Hamann. Das habe man dem Ministerium auch rückgemeldet. Verbesserungsbedarf sieht sie hingegen bei der Gewichtung der fächerübergreifenden Themen. Wann genau die finalen Lehrpläne nun vorliegen werden, lässt das Ministerium offen.