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Österreichische Post AG

„Frontrunner gegen den Klimawandel“

Post-CEO Georg Pölzl: „Seit dem Börsengang im Jahr 2006 erhalten alle Postmitarbeiter eine jährliche Ebit-Prämie in gleicher Höhe.“(c) Post AG
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Der Logistikriese hat mit 2500 Elektroautos einen der größten Elektroauto-Fuhrparks in Österreich und zählt auch zu den größten Fotovoltaik-Betreibern.

Die Österreichische Post AG gilt als ein Vorreiter in Sachen grüne Logistik. „Wir sind ein Frontrunner gegen den Klimawandel“, betont Post-Generaldirektor Georg Pölzl. „Wir waren das erste Postunternehmen weltweit, das 2011 seinen Kunden eine CO2-neutrale Zustellung garantierte.“ Und diesen Weg verfolgte der Logistikriese konsequent: Bis zum Jahr 2030 hat man das Ziel der 100 Prozent CO2-freien Zustellung aller Briefe und Pakete ausgegeben.

Dieses Ziel meint Post-Chef Pölzl auch ernst und es wird dokumentiert. Jedes Jahr stellt er rund 500 Großkunden Urkunden und vom TÜV Austria bestätigte Zertifikate aus, die nachweisen, dass die Unternehmen ihre Sendungen mit der Post CO2-neutral versandt haben. Mit mittlerweile 2500 Elektroautos unterhält die Post auch eine der größten Elektroauto-Flotten in Österreich. Damit läuft schon jedes vierte Fahrzeug der Post mit Strom. „Die Elektromobilität rechnet sich bereits“, freut sich Pölzl.
Die Umstellung werde weitergehen. „Für die letzte Meile werden wir 2030 CO2-frei sein.“ Pölzl benennt aber auch eine Schwachstelle: „Bei den Lastwagen gibt es noch keine alternative Antriebstechnologie.“ Der gelernte Techniker ist jedoch überzeugt, „dass wir bis 2040 auch hier eine alternative Antriebsart haben werden“ – wobei für den Schwerverkehr der Wasserstoff das wahrscheinlichste Thema sei.

„Unternehmen, die keine Nachhaltigkeitsstrategie haben, werden in vielen Fonds nicht berücksichtigt.“

Georg Pölzl, Generaldirektor Post AG



Die Post deckt rund 45 Prozent ihres Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energien – hier über hauseigene Fotovoltaikanlagen. Derzeit habe man neun Logistikstandorte mit einer Leistung von 3,5 MWp ausgestattet, auf reine Modulfläche umgerechnet seien das deutlich über 20.000 m2. Damit zählt die Post zu den größten Fotovoltaik-Betreibern. „Wir bauen auf allen Verteilzentren Fotovoltaikanlagen und prüfen auch alle Parkplatzüberdachungen“, sagt Pölzl.

Im vergangenen Jahr hat die Post rund 160 Millionen Euro investiert. Die Hälfte davon entfiel auf Nachhaltigkeit und wurde in E-Mobilität, Fotovoltaik, SB-Services etc. gesteckt. Der grüne Fußabdruck soll noch stärker werden. Bis 2030 will Pölzl den CO2-Ausstoß um 38 Prozent vermindern. „Das entspricht durch die wachsende Paketzahl einer Verminderung von 70 Prozent“, erklärt der Post-CEO. Derzeit liefere die Post im Tagesschnitt 700.000 Pakete aus. Zur Hochsaison wie Weihnachten sind es 1,3 Millionen Pakete am Tag.

Attraktiver Arbeitgeber

Für die Transformation zur Green Company nimmt Pölzl die rund 20.000 Post-Angestellten mit. „Das Bewusstsein für Nachhaltigkeitsthemen ist in der Belegschaft sehr hoch. Sie verlangen das.“ Genauso die Stakeholder: „Unternehmen, die keine Nachhaltigkeitsstrategie haben, werden in vielen Fonds nicht berücksichtigt“, sagt Pölzl.

Die Post gilt auch als attraktiver Arbeitgeber: Seit dem Börsengang im Jahr 2006 erhalten alle Postmitarbeiter eine jährliche Ebit-Prämie, die für alle gleich ist. Selbst im ersten Corona-Krisenjahr habe man eine Bonuszahlung von 500 Euro für die Leistung jedes Einzelnen ausgeschüttet.

Die Post, die nach wie vor zu 53 Prozent in Staatsbesitz ist, ist auch ein verlässlicher Dividendenzahler. „Als solcher sind wir im Finanzmarkt positioniert“, betont Pölzl. Wobei die Dividende von rund 120 Millionen Euro im Jahr nur ein Drittel von dem ausmache, was die Post im Vergleich an Steuern leistet: „Nämlich 350 Millionen Euro im Jahr“, sagt Pölzl, der seit zwölf Jahren das Unternehmen leitet. Ein neues nachhaltiges Ziel in der Strategie 2030 ist, aus der Post ein Drei-Milliarden-Euro-Unternehmen zu machen. Derzeit liegt der Logistiker bei 2,5 Milliarden Euro Jahresumsatz.