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OMV AG

Rekordergebnisse für die OMV

OMV-CEO Alfred Stern: „Wir gehen davon aus, dass die Nachfrage nach Öl in den kommenden Jahrzehnten deutlich zurückgehen wird. Die Nachfrage nach hochwertigen Kunststoffen wird hingegen steigen.“(c) OMV
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Österreichs größtes börsenotiertes Unternehmen war im Vorjahr der heimische Titel mit der größten Wertsteigerung. 2021 ist auch zur besten Bilanz der Unternehmensgeschichte.

Für viele heimische börsenotierte Gesellschaften lief es im Vorjahr sehr gut. Einen besonders guten Lauf schaffte die OMV AG. Für den Mineralöl- und Chemiekonzern war 2021 ein regelrechtes Rekordjahr – beim operativen Ergebnis ebenso wie beim Cashflow. Das CCS Operative Ergebnis vor Sondereffekten ist mit rund sechs Milliarden Euro nicht nur dreieinhalb Mal so hoch wie im Vorjahr ausgefallen, es ist auch mit großem Abstand das höchste Ergebnis, das die OMV jemals in ihrer Geschichte erwirtschaftet hat.

Eine noch steilere Entwicklung zeigte sich beim Cashflow: Der operative Cashflow ohne Net-Working-Capital-Effekte lag bei 8,9 Milliarden Euro. Das ist im Jahresvergleich ein Anstieg um mehr als sechs Milliarden Euro – beinhaltet aber eine Sonderdividende von Borouge (ein Joint Venture von Borealis mit der Abu Dhabi National Oil Company) in der Höhe von 1,3 Milliarden Euro und ist nicht zuletzt aufgrund der Akquisition und Vollkonsolidierung von Borealis zustande gekommen.

„Bis 2050 wird die OMV ein klimaneutrales Unternehmen sein und netto kein CO2 mehr emittieren.“

Alfred Stern, Generaldirektor OMV AG



Das erfolgreiche Jahr der OMV spiegelte sich auch im Aktienkurs des Konzerns, der im Lauf des Vorjahres um 50 Prozent zulegte. Treibstoff für das gute Geschäft war vor allem der Chemiebereich. „Wir gehen davon aus, dass die Nachfrage nach Öl in den kommenden Jahrzehnten deutlich zurückgehen wird. Die Nachfrage nach hochwertigen Kunststoffen wird hingegen steigen“, sagt OMV-Generaldirektor Alfred Stern. „Das bestimmt unsere strategische Ausrichtung. Heute macht der Chemiebereich circa ein Drittel unseres operativen Ergebnisses aus. 2030 erwarten wir, dass es die Hälfte sein wird.“

Im heute nach wie vor sehr wichtigen Bereich Exploration and Production profitierte die OMV von den höheren Öl- und Gaspreisen. Doch es wurde auch das Produktionsvolumen um etwa fünf Prozent erhöht – auf 486.000 Barrel pro Tag (ein Barrel Rohöl ist die Maßeinheit für ein 159-Liter-Fass).
Öl wird auch weiter in Mengen fließen und kurzfristig nicht ersetzbar sein. „Noch benötigen wir Öl und vor allem auch Gas, sowohl in der Energie- als auch in der Rohstoffgewinnung. Aber mittel- bis langfristig müssen wir uns vom linearen Modell des Wirtschaftens verabschieden und ein kreislauf-orientiertes Wirtschaftsmodell etablieren. Aus der Wertschöpfungskette muss ein Wertschöpfungskreislauf werden“, sagt Alfred Stern. „Wir alle verbrauchen weltweit jedes Jahr mehr als 100 Milliarden Tonnen Ressourcen – Mineralien, Öl, Gas und andere Rohstoffe. Jedes Jahr! Nicht einmal zehn Prozent davon werden wiederverwertet. Den Rest werfen wir einfach weg. Das müssen wir ändern.“

Die OMV sei im mechanischen, aber auch chemischen Recycling schon weit fortgeschritten – und hat auch schon einen spürbaren Veränderungsprozess eingeleitet. „Die OMV hat ihre Transformation bereits begonnen und wird sich Schritt für Schritt verändern. Bis 2050 wird die OMV ein klimaneutrales Unternehmen sein und netto kein CO2 mehr emittieren“, betont Stern. „Die ersten Schritte in diese Richtung haben wir bereits gesetzt. Beispielsweise produzieren wir für Austrian Airlines nachhaltigen Flugtreibstoff, der im Vergleich zu herkömmlichem Kerosin eine CO2-Reduktion von mehr als 80 Prozent bewirkt.“

Die OMV werde auch bis 2030 pro Jahr circa 3,5 Milliarden Euro investieren. „Wir haben dafür in unserer neuen Strategie klare Kriterien definiert. Rund 40 Prozent davon werden in nachhaltige Projekte fließen.“