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Mutter im Spital: Familien-Abschiebung abgeblasen

PROTESTAKTION DER GR�NEN GEGEN ABSCHIEBUNGEN: VASSILAKOU, KORUN
(c) APA/HERBERT NEUBAUER (Herbert Neubauer)
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Die Tschetschenin erlitt kurz vor dem Eintreffen der Fremdenpolizei einen Nervenzusammenbruch. Sie und ihre beiden Kinder sollten nach Polen abgeschoben werden.

Wien/Gr. Praktisch in letzter Minute ist am Dienstagabend die Abschiebung der tschetschenischen Familie P. gestoppt worden, nachdem die Mutter wegen eines Nervenzusammenbruchs ins Spital eingeliefert worden war.

Zuvor hatte die Frau mit ihren beiden Söhnen – 22 und 13 Jahre alt – vier Jahre und zehn Monate in Österreich gelebt. Am Dienstagabend hätten die drei wegen negativer Asylbescheide nach Polen abgeschoben werden sollen, das als europäisches Erstaufnahmeland für sie zuständig wäre. Dass die Mutter vor zweieinhalb Jahren wegen Ladendiebstahls rechtskräftig zu einer Geldstrafe von 290 Euro verurteilt worden war, habe mit den negativen Entscheidungen nichts zu tun, versichert die Rechtsberaterin der Familie, Karin Klaric.

Sowohl der Verein „Purple Sheep“, der die Familie in seinem „Freunde schützen“-Haus betreut, als auch die Grünen hatten im Vorfeld gegen die geplante Abschiebung protestiert: Die Söhne hätten hier die Schule besucht und seien als „Vorzugsschüler“ bestens integriert. „Dass ein 13-jähriger bestens integrierter Bub aus der Schule herausgerissen und dem Elend preisgegeben werden soll, ist zynisch“, so die Menschenrechtssprecherin der Grünen, Alev Korun.

Schon zuvor waren drei Abschiebungen gescheitert, weil die Mutter im Spital lag. „Sie hat eine schwere psychische Erkrankung, schon seit sie hierher gekommen ist“, so Klaric zur „Presse“.  Rein rechtlich sei die Absicht der Fremdenpolizei, die Familie abzuschieben, zwar „korrekt“ – aber trotzdem sei es Unrecht, dass überhaupt Familien abgeschoben werden könnten.