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Im Gespräch

Dirigent Markus Poschner: „Im Komfortmodus ist Musik nicht zu haben!“

„Für den Interpreten ist die bequeme Mittelspur die unattraktivste“: Markus Poschner, Münchner des Jahrgangs 1971, leitet Orchester in Linz, Berlin und in Lugano.Getty Images / Alex Halada
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Der Chefdirigent in Linz rettete jüngst souverän das traditionelle Symphoniker-Konzert „Frühling in Wien“. „Der Presse“ verriet er seine künstlerischen Maßstäbe, die er als Jazz-Improvisator gewonnen hat.

Dass Markus Poschner ein exzellenter Dirigent ist, weiß man hierzulande von seinen Linzer Operneinstudierungen und nicht zuletzt dank des Bruckner-Zyklus, den er mit dem Brucknerorchester live und für eine CD-Gesamtausgabe erarbeitet. Jüngst freilich machte der bayrische Maestro auf sich aufmerksam, als er quasi über Nacht die Leitung des populären Fernsehkonzerts der Wiener Symphoniker „Frühling in Wien“ übernahm. Das Orchester hatte soeben den Chefdirigenten verloren und suchte kurzfristigst Ersatz. Poschner reüssierte glänzend.

„Ich möcht' wirklich nicht angeben“, sagt er lachend, auf die Nacht-und-Nebel-Aktion angesprochen, „aber in diesem Fall war das tatsächlich ein halber Tag bis zur Entscheidung: Ich war gerade wegen einer Aufführungsserie von Strauss' ,Arabella‘ in Zürich. Da hieß es am Dienstagnachmittag: Könntest du einspringen? Intendant Homoki ließ mich gehen. Mittwoch Vormittag saß ich schon im Flugzeug nach Wien.“ In Schwechat der Maschine entstiegen, bekam der Dirigent ein Sackerl mit den Partituren der geplanten Stücke in die Hand gedrückt. Dann hieß es schnell studieren. Vieles aus dem wienerischen Programm hatte Poschner zwar längst gekannt. Manches aber, vor allem die Stücke von Carl Michael Ziehrer, lernte er bei dieser Gelegenheit erst kennen.