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Zeitreise

Heute vor... im Mai 100 Jahren: Die Hast des Großstädters

Die Folge des ständig hastigen Essens sind Magen- und Darmstörungen verschiedenster Art, Abmagerung und dadurch neue Schädigung der Nerven.

Neue Freie Presse am 31. Mai 1922

Unser geschätzter Mitarbeiter Dr. W. Schweisheimer schreibt uns: Subjektiv kommt der nervenzerstörende Einfluß des großstädtischen Hastens infloge der steten Gewöhnung im allgemeinen nicht recht zum Bewußtsein. Es geht eben so weiter. Man hat sich in Bewegung und Ablauf der Nerventätigkeit den täglichen Notwendigkeiten angepaßt. Aber kurz vor dem Urlaub, wenn die stärkste Spannung nachzulassen beginnt, wirken die irritierenden Reize heftiger ein. Es ist für gewöhnlich nicht so, daß der Städter in Urlaub geht, weil seine Nerven das gebieterisch erfordern, sondern weil er weiß, daß er in wenigen Tagen aus der Zwickmühle des Hastens heraus sein wird, darum fühlt er das Unnatürliche seiner Lebensweise bereits zermürbend auf sich lasten. Daher das Gefühl kurz vor einem Urlaub, daß man nahe am Ende seiner Kräfte steht.