Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Premium
Affäre

Keine Entlastung für Ex-OMV-Chef Rainer Seele

Archivbild: Ex-OMV-Chef Rainer Seele, aufgenommen 2018
Archivbild: Ex-OMV-Chef Rainer Seele, aufgenommen 2018(c) Sebastian Reich / picturedesk.com
  • Drucken

Ex-OMV-Chef Rainer Seele stolpert über seine Russland-Geschäfte. Der Aufsichtsrat prüft, ob Sorgfaltspflichten verletzt wurden. Die Hauptversammlung verweigert dem Manager die Entlastung.

Wien. Üblicherweise sind Hauptversammlungen von Aktiengesellschaften eine eher langweilige Angelegenheit. Mehr noch seit die Pandemie die Aktionärstreffen in die virtuelle Welt verbannt hat, sodass Kleinanleger und Aktivisten nicht nur um das jährliche Buffet, sondern auch um emotionale Debatten mit dem Vorstand umfallen.

Für die am Freitagnachmittag angesetzte Hauptversammlung der OMV gilt all das nicht. Spätestens seit der Interessenverband der Anleger zu Beginn der Woche angekündigt hatte, dem früheren OMV-Chef Rainer Seele wegen diverser Ungereimtheiten die Entlastung verweigern zu wollen, war die Stimmung aufgeheizt. Es geht um Deals mit der russischen Gazprom, millionenschwere Sponsoringverträge für Putins Lieblingsklub Zenit St. Petersburg und höchst lukrative Sideletters für den früheren Compliance-Chef der OMV. Die große Frage bis Freitag lautete: Ziehen die Syndikatspartner, namentlich die Republik Österreich und Mubadala, die Staatsholding von Abu Dhabi, mit?

Im Vorfeld gingen die meisten Beobachter noch davon aus, dass der Widerstand gegen den 2015 zur OMV geholten deutschen Manager nur von einer kleinen Minderheit der Aktionäre unterstützt werden würde. Doch das änderte sich rasch, da Aufsichtsratschef Mark Garrett gleich zu Beginn die Bombe platzen ließ: Wie der Australier berichtet hat, habe der Aufsichtsrat eine externe Prüfung angeregt, um einige Geschäfte aus der Ära Seele etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Bis diese Untersuchung abgeschlossen sei, empfählen der Vorstand und der Aufsichtsrat der Hauptversammlung, „Rainer Seele für das Geschäftsjahr 2021 die Entlastung nicht zu erteilen und bloß den übrigen Vorstandsmitgliedern die Entlastung zu erteilen“. 80 Prozent der Aktionäre sollten dieser Aufforderung folgen und Seele die Entlastung verweigern. Ein Novum in Österreich – zumindest in der jüngeren Vergangenheit.