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Wiener Originale

Trude Marzik: Meldezettel der Peripherie

Sie ist in der Vorstadt zu Hause. Doch die Lyrikerin und Mundartdichterin Trude Marzik beherrscht das Wienerische in allen Spielarten. Vom Gemeindebau-Bassena-Tratsch bis zum Rencontre im Salon.

Mit dem Charme eines Vorstadt-Gigolos lässt er die Tristesse des Alltags vergessen. Ein Seelentröster, bei dem alles wirkt, als wäre es von Zuckerguss überzogen: Heinz Conrads. Eine Erzählerin und Lyrikerin aus der Hernalser Vorstadt schickt 1970 ihr Gedicht „Mei Bua“ an den Herzspezialisten Conrads: Trude Marzik.

Es ist eine spontane Idee der Mundartdichterin, der Publikumsliebling liest das Gedicht ebenso spontan in seiner beliebten Radiosendung vor. Ab diesem Moment gehört der humorvollen, aber auch nachdenklichen Wiener Lyrikerin das Herz des Publikums. Und es meldet sich ein Verlag, der ihre Lyrik veröffentlicht. Dem späten Durchbruch steht nichts mehr im Weg. Ihre Literatur ist anspruchsvoll, aber lesbar, daher für Verlage auch verkäuflich. Trude Marzik beherrscht das Wienerische als Umgangssprache in den verschiedensten Spielarten – vom Bassena-Tratsch im Gemeindebau bis zum Rencontre im Salon. Doch ihren Meldezettel hat sie immer in der Peripherie, in der Wiener Vorstadt.