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Glosse

Trainereffekt

Der gelernte Österreicher weiß: Es kann schnell wieder kippen – von einem Extrem ins andere.

Ein 3:0 auswärts in Kroatien, beim amtierenden Vizeweltmeister, ist jetzt nicht nichts. Die Depression von gestern verflogen, die Euphorie kann folgen. Der gelernte Österreicher weiß allerdings: Es kann schnell wieder kippen – von einem Extrem ins andere.

Der Trainer von der U9 hätte gesagt: Erste Hälfte verschlafen, zweite Hälfte Weltklasse, aber noch mit Luft nach oben. Zumindest effektiv war man in der Disziplin Schüsse aus der Distanz, letztlich verfingen drei im Netz. Auch sonst war Hälfte zwei schon sehr ansehnlich. Österreich, der Vizeweltmeisterbesieger.

Jedenfalls: ein Trainereffekt. Hätten wir, wird sich der euphorische Österreicher jetzt denken, ihn doch schon vor dem Wales-Spiel getauscht, dann wären wir vielleicht bei der WM. Der aus Erfahrung skeptische Österreicher wird allerdings einwenden: Es hätte gegen Kroatien auch anders enden können.

Aber wir wollen den Trainereffekt nicht kleinreden. Der Mann, Ralf Rangnick, hat die hohen Erwartungen an ihn fürs Erste eindrucksvoll erfüllt.

Und ein paar Kilometer nördlich von Osijek warten sie jetzt dann auf den Drexlereffekt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.06.2022)