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Teuerung

Kroatiens Angst vor dem „Teuro“

Schon heute nehmen die Straßenmusiker in Dubrovnik gern Euro statt Kuna als Spende für ihre Musik.
Schon heute nehmen die Straßenmusiker in Dubrovnik gern Euro statt Kuna als Spende für ihre Musik.REUTERS
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Das Balkanland wird Anfang 2023 den Euro einführen. Viele Menschen fürchten, dass der Währungswechsel einen weiteren Preisschub mit sich bringen wird.

Belgrad/Zagreb. Nach dem grünen Licht der EU-Kommission läuft in Kroatien der Euro-Countdown. „Wir verabschieden die Kuna, es kommt der Euro!“, fiebert die Zeitung „Slobodna Dalmacija“ in Split der Euro-Einführung am 1. Januar entgegen.

„Im Januar werdet ihr euer erstes Gehalt in Euro erhalten und realisieren, wie wenig ihr habt“, bereitet das Webportal „index.hr“ seine Leser eher skeptisch auf die Zeitenwende im Küstenstaat vor: „Die Mehrheit von Euch wird einen Lohn haben, der geringer als Sozialhilfe im Westen ist.“ Knapp ein Jahrzehnt nach dem EU-Beitritt im Juli 2013 wird der in die Jahre gekommene EU-Neuling auch die Eurozone entern. Kroatien sei bereit für die Euro-Einführung und habe „nicht mit schönen Augen, sondern mit jahrelanger Arbeit alle Kriterien erfüllt“, versichert Finanzminister Zdravko Marić stolz. Tatsächlich bewegen sich sowohl das Haushaltsdefizit (2021: 2,9 Prozent) als auch die Inflationsrate (4,9 Prozent in den letzten zwölf Monaten) unter den Werten der sogenannten Maastricht-Kriterien.

Die Staatsschuld liegt mit 79,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zwar deutlich über der Maastricht-Vorgabe von 60 Prozent, ist in den letzten zwei Jahren aber um fast ein Zehntel geschrumpft: Die deutliche fallende Tendenz der Schuldenlast, aber auch die „Dynamik“ bei deren Abbau hat Kroatien den Weg zum Euro-Taler geebnet.