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Wien

Studie: Fahrstreifen am Gürtel reduzieren

So könnte der Margaretengürtel mit begrünten Gleisen und reduzierten PKW-Fahrbahnen aussehen. (Visualisierung).Katharina Puxbaum
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Eine Studie der TU Wien schlägt zwei Pkw-Fahrspuren weniger am Margareten- und Gaudenzdorfer Gürtel vor, um mehr Raum für Fußgänger und Radhfahrer zu schaffen.

Eigentlich ist der Gürtel hier erstaunlich grün: Zahlreiche hohe Bäume, die große Wiesenflächen säumen.

Und doch wird dieser begrünte Mittelabschnitt am Gaudenzdorfer- und Margaretengürtel kaum als Frei- und Grünraum genutzt: Zu viel Verkehr, zu viel Lärm auf den jeweils drei Fahrstreifen links und rechts machen den Grünraum des Gürtels – einst zum Flanieren am  „Boulevard des Proletariats“ geplant – wenig attraktiv.

Genau das sollte sich, findet etwa die Grüne Bildungswerkstatt, ändern. Gerade, wenn die Stadt Wien ihre Klimaziele erreichen will, die auch eine deutliche Reduktion des Pkw-Verkehrs bis 2030 vorsehen, sollte man zentrale Straßen wie den Gürtel verkehrsberuhigen, so die Grünen.

„Ein Unort“ 

Wie das gehen könnte, zeigt nun eine von der Bildungswerkstatt beauftragte Studie vom Institut für Verkehrswissenschaften der TU Wien. Diese schlägt unter anderem vor, dem Pkw-Verkehr in beiden Fahrtrichtungen jeweils einen Fahrstreifen wegzunehmen.  Dadurch könnte man die Gehsteige verbreitern, neue Geh- und Radwege  schaffen, „und den Menschen das Gefühl zu geben, dass sie hier agieren können“, wie Ko-Studienautor Harald Frey sagt. Derzeit sei der Gürtel ein „Unort“. Verkehrspolitisch machbar wäre die Reduktion der Fahrspuren  laut Frey – immerhin gehe der Individualverkehr am Gürtel seit Jahren (langsam, aber doch) zurück.

Mit der Reduktion der Fahrbahnen einher gehen müssten auch Maßnahmen in den angrenzenden Grätzeln in Margareten und Meilding, um zu verhindern, dass sich der Pkw-Verkehr dorthin verlagert.

Begrünte Gleise

Auch eine Entsiegelung – etwa durch begrünte Straßenbahngleise, wie es sie andernorts in Wien bereits gibt – sieht die Studie zur Verbesserung des Mikroklimas vor,  zudem zahlreiche neue (und sicherere) Querungsmöglichkeiten für Fußgänger. Denn seit vielen Jahren stelle der Gürtel eine Barriere dar, auch das sollte sich laut den Studienautoren ändern.

Die Kosten für die Umgestaltung, so der politische Wille der Stadt da wäre: 20 bis 25 Millionen Euro. Die Neugestaltung dieses Gürtel-Abschnitts - die und 2,5 Jahre dauern würde - könnte auch der Prototyp sein und zeigen, wie der Gürtel begrünt, verkehrsberuhigt und attraktiver langfristig „auf seiner ganzen Länge“ aussehen könnte.