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Wiener Ansichten

Ein weißes Schuhpaar und der Tod in der Panethgasse

Gedenken an den Tod im Straßenverkehr: eine Aktion der Initiative "Geht doch" . . .wf
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Für mehr Entschleunigung im Straßenverkehr: Hinweise zur Fußgängerinitiative „Geht doch“.

Eine Vase, ein Strauß Kunstblumen, ein weißes Paar Schuhe: Wie verloren steht es da, das eigentümliche Arrangement am Straßenrand. Selbst wer die Kreuzung Sebaldgasse/Panethgasse, Wien Donaustadt, wie ich nur mit der Geschwindigkeit eines Radfahrers passiert, wird vielleicht erst, da er schon längst daran vorbei ist, nachdenklich werden angesichts dessen, was er soeben gesehen hat. Und welcher Autofahrer könnte Notiz davon nehmen, wo er doch, noch ehe er's bemerken würde, schon wieder mehrere Meter entfernt wäre?

Mehr als 16 Meter weit in bloß einer Sekunde hat sich jenes Fahrzeug fortbewegt, das am 8. Jänner vergangenen Jahres diese Kreuzung passierte, sprich: mit rund 60 Stundenkilometern, und das in einer Tempo-30-Zone. Was Wunder, dass der Lenker das Fußgängerpaar übersehen hat, das sich anschickte, die Straße zu queren. „Ich weiß bis heute nicht, wie die auf einmal da waren“, wird er vor Gericht zu Protokoll geben. Die Folgen: Sekunden später ist eine Passantin tot, ihr Begleiter wird die kommenden vier Wochen, lebensgefährlich verletzt, in künstlichem Tiefschlaf verbringen.