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Ukraine-Krieg

Merkel kritisiert Netrebko: "Dinge gemacht, die ich verurteile"

Oper Mailand Pressekonferenz Milan -Teatro alla Scala Presentation of the Premiere - Macbeth- In the photo: Anna Netrebk
"Ich liebe mein Land, meine Kultur, die Menschen. Ich finde es nicht richtig, was dort jetzt gerade passiert, aber ich bleibe eine Russin", sagte Anna Netrebko vergangene Woche.(c) imago images/Independent Photo A (Simona Chioccia / IPA via www.im)
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Sie würde die Opernsängerin nicht zum Essen einladen, sagte die deutsche Altbundeskanzlerin. Merkel mahnte aber, russische Künstler nicht generell auszugrenzen.

Nach einer Pause steht die russisch-österreichische Operndiva Anna Netrebko wieder auf der Bühne – ihre Haltung zu ihrem Herkunftsland und zu dessen Angriffskrieg steht aber weiterhin in der Kritik. Auch die ehemalige deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich kritisch geäußert. Merkel erklärte am Dienstagabend im Gespräch mit "Spiegel"-Reporter Alexander Osang ihre Russlandpolitik. Osang fragte Merkel auch, ob sie Netrebko "morgen" zum Essen einladen würde. "Nein, würde ich nicht“, sagte sie. "Politisch hat sie schon Dinge gemacht, die ich absolut verurteile". Ins Detail ging Merkel bei der Veranstaltung im Berliner Ensemble nicht.

Netrebko hatte lange gebraucht, um sich explizit vom russischen Einmarsch in die Ukraine distanzieren. 2014 hatte sie außerdem dem Opernhaus von Donezk eine Spende von etwa 15.000 Euro überreicht und mit einer Flagge eines imaginierten, russisch kontrollierten "Neurusslands" im Osten und Süden der Ukraine posiert. Das sei so nicht geplant gewesen, sagte sie später. Auch wird ihr eine Nähe zum russischen Präsidenten Wladimir Putin nachgesagt: Er hatte ihr persönlich gratuliert, als sie vergangenen September ihren 50. Geburtstag im Kremlpalast in Moskau gefeiert hatte.

"Ich bleibe eine Russin"

Wegen ihrer zögerlichen Haltung hatte Netrebko zahlreiche Engagements verloren und sich dann zwischenzeitlich aktiv selbst zurückgezogen. In einem Interview der Wochenzeitung "Die Zeit" hatte sie vergangene Woche gesagt: "Ich liebe mein Land, meine Kultur, die Menschen. Ich finde es nicht richtig, was dort jetzt gerade passiert, aber ich bleibe eine Russin." Zugleich bestritt sie erneut eine Nähe zu Putin und verurteilte den russischen Angriffskrieg.

Merkel mahnte am Dienstagabend davor, russische Künstler nun generell zu boykottieren: Wer nicht zu den Unterstützern zähle, dürfe nicht schlecht behandelt werden, nur weil er Russe sei. "Ich glaube nicht, dass wir jetzt ein Verbot von russischer Kultur machen sollten“, sagte sie. „Ich finde, wir sollten gucken, wer unterstützt das, was Putin macht, und wer unterstützt das nicht."

 

(APA/dpa)