Ab 21

Repräsentantenhaus will Altersgrenze für Sturmgewehre anheben

Gedenken an die Verstorbenen: Auslöser der jüngsten Bemühungen, das eher laxe US-Waffenrecht etwas zu verschärfen, war unter anderem das Massaker in der texanischen Kleinstadt Uvalde. Ein 18-Jähriger hatte mit einem Sturmgewehr 19 Kinder und zwei Lehrerinnen erschossen.
Gedenken an die Verstorbenen: Auslöser der jüngsten Bemühungen, das eher laxe US-Waffenrecht etwas zu verschärfen, war unter anderem das Massaker in der texanischen Kleinstadt Uvalde. Ein 18-Jähriger hatte mit einem Sturmgewehr 19 Kinder und zwei Lehrerinnen erschossen.APA/AFP/GETTY IMAGES/ALEX WONG
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Statt ab 18 sollen Sturmgewehre erst ab 21 Jahren erworben werden dürfen. Das Repräsentantenhaus hat eine Reihe weiterer Reformen verabschiedet, um das Waffenrecht zu verschärfen. Sie dürften jedoch alle am Senat scheitern.

Gut zwei Wochen nach einem Massaker an einer Volksschule in Texas hat das US-Repräsentantenhaus für die Anhebung der Altersgrenze zum Kauf von Sturmgewehren von 18 auf 21 Jahre gestimmt. Die Gesetzesvorlage wurde am Mittwoch (Ortszeit) mit der Mehrheit der Demokraten beschlossen, hat jedoch nur geringe Chancen, geltendes Recht zu werden. Dazu müsste auch der Senat zustimmen, was als sehr unwahrscheinlich gilt.

Das Repräsentantenhaus verabschiedete zudem eine Reihe weiterer Reformen, um das Waffenrecht zu verschärfen. Die Vorhaben dürften jedoch alle am Senat scheitern. Dort laufen Verhandlungen um eine eher wenig ambitionierte Verschärfung des Waffenrechts, die womöglich auch von einigen gemäßigten Republikanern mitgetragen werden könnte.

Biden für Verschärfung des Waffenrechs

Sollte ein Gesetz von beiden Parlamentskammern beschlossen werden, bedarf es noch der Unterschrift von US-Präsident Joe Biden, um in Kraft zu treten. Der Demokrat hat sich für eine Verschärfung des Waffenrechts ausgesprochen und den Kongress zum Handeln aufgefordert.

Auslöser der jüngsten Bemühungen, das eher laxe US-Waffenrecht etwas zu verschärfen, war unter anderem das Massaker in der texanischen Kleinstadt Uvalde, bei dem ein 18-Jähriger mit einem Sturmgewehr in einer Volksschule 19 Kinder und zwei Lehrerinnen erschoss.

Das Waffenrecht in den USA wird zum Teil von den Bundesstaaten bestimmt. Vielerorts können Sturmgewehre - etwa vom Typ AR-15, wie es der Schütze in Uvalde eingesetzt hatte - schon ab 18 Jahren ohne viel Aufwand gekauft werden. Zum Vergleich: In einem Restaurant Alkohol trinken hingegen darf man in den USA landesweit erst ab 21 Jahren.

(APA/dpa)

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