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Serie über Samenraub mit tragikomischen Folgen

Gynäkologin mit Problemen: Josephine Park in der Serie "Befruchtet" (auf Netflix).(c) Tine Harden (Photo Credit: Tine Harden)
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Jetzt zeigen die Dänen, dass sie nicht nur Nordic Noir Krimis können. In der Serie „Befruchtet“ geht es um Kinderwünsche und eine Ärztin mit Talent zur Notlüge.

Kinderwunschärztin Nana hat ein Problem: Sie spendet zwar täglich Leben, indem sie Paaren mit künstlicher Befruchtung zu Nachwuchs verhilft – aber wenn sie unsicheren Patientinnen mit Erzählungen über ihre anstrengenden Zwillinge oder Fressattacken während ihrer eigenen Schwangerschaft beistehen will, dann lügt sie. Denn Nana hat keine Kinder. Sie ist ja nicht einmal sicher, ob sie welche haben will – bis ihr klar wird, dass die biologische Uhr schneller tickt, als ihr lieb ist. Sie ist 37, hat keinen fixen Partner (nur einen sympathischen One-Night-Stand, der mehr von ihr will als sie von ihm), aber Torschlusspanik. Wie soll sie sich den Kinderwunsch erfüllen, der in ihr hoch schießt, als ihr klar wird, dass sie vermutlich nur noch wenige fruchtbare Monate hat (weil sie zufällig herausfindet, dass sie weniger Follikel hat als andere Frauen)?

In diesem Setting spielt die dänische Tragikomödie „Skruk“ („Befruchtet“), die auf Netflix läuft. Es geht um emotionale Herausforderungen, die sowohl eine Schwangerschaft als auch deren Ausbleiben auslösen können. Dazu gehört das bange Warten auf einen Herzschlag während des Ultraschalls – und das ständige Zweifeln über die Elternschaft. Während in Nana die Idee nagt, ihr Kind könnte unglücklich werden, weil es nur die Mutter hat, hat eine andere Frau, deren Partnerin nach einer künstlichen Befruchtung ein Kind erwartet, ganz andere Sorgen: „Ich fühle mich, als wäre ich nur Zuschauerin.“ Das können wohl auch manche Väter nachvollziehen. In dem Fall sitzt der Zweifel aber noch tiefer, denn „theoretisch ist das nicht einmal mein Kind“. Da hilft wieder Nanas Fantasie: Sie habe zwar ihre Buben ausgetragen, aber ihre Frau sei deren Lieblingsmutter, lügt sie. „Familie kann so vieles sein – Vater, Mutter, Mitmutter“, und auch wenn man das Kind nicht selber geboren hat – lieben tut es einen ja doch.