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Kokoschkas Londoner Hauptwerk, zentral in der wiedereröffneten Courtauld Gallery ausgestellt: Das Prometheus-Triptychon, 1950. Im Bild der mittlere Teil.
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Malerei

Kokoschkas Londoner Musen: Lee Miller und Agatha Christie

Ein Roman erinnert an die Porträtsitzungen Agatha Christies für Kokoschka. Und das wieder eröffnete Courtauld Institute zeigt zentral ein Hauptwerk des Expressionisten.

Noch nie habe ich von einer perverseren Dreiecksgeschichte gehört. Zwischen Ihnen, einer Puppe und einem Hausmädchen.“ Agatha Christie was shocked. Kokoschka konterte: „Bestimmt haben Sie selbst noch seltsamere Dreiecksbeziehungen als diese hier erfunden, und noch weit perverser, Mrs. Christie. Unsere war freundlich, harmonisch und konfliktfrei.“ Darauf Christie: „Ich glaube, Sie wollen sich mit mir einen Spaß erlauben.“ Die Geschichte vom Maler, der sich nach den Maßen Alma Mahlers, die ihn verlassen hatte, eine Puppe anfertigen ließ, die er dann gemeinsam mit dem Zimmermädchen liebkoste – das war wohl nichts für englische Upperclass-Nerven, nicht einmal, wenn sie der Queen of Crime gehörten. „Es steht ihr nicht, wenn sie wie eine bigotte Kleinstädterin klingt“, dachte Kokoschka sich still dazu.

Tatsächlich? Zumindest eines ist belegt – gekannt haben sich der wilde Wiener und die umtriebige Lady Mallowan, als Agatha Christie eine der erfolgreichsten Autorinnen der Welt. 1969 nahm Kokoschka, damals einer der teuersten Porträtisten, den Auftrag an, die Dame zu ihrem Achtziger festzuhalten.

Oskar Kokoschka Fondation