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Kunst

Grenzgänge der Wiener Moderne

Otto Schmidt, „Frau Sopherl“ [„Öbstlerin vom Naschmarkt“, aus Wiener Typen], um 1900 [Aufnahme 1885]
Otto Schmidt, „Frau Sopherl“ [„Öbstlerin vom Naschmarkt“, aus Wiener Typen], um 1900 [Aufnahme 1885](c) Österreichisches Volkshochschularchiv, Wien
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Kunst, Kunsthandwerk und Fotografie in zwei weiteren Ausstellungen.

Der Sammelleidenschaft der Familie Breinsberg verdankt sich die Retrospektive des Metallkünstlers Franz Hagenauer (1906–1986). Als Sohn des Jugendstil-Ziseleurs Carl Hagenauer lotete Franz von Beginn an die Grenzbereiche von Kunst, Handwerk und Design aus. Früh schon spiegeln sich in seinem Werk Einflüsse der Wiener Werkstätte, vor allem seiner Lehrer Franz Čižek, Dagobert Peche und Josef Hoffmann. Der menschliche Körper, Tiere und Pflanzen sind ebenso Inspiration wie die Kunst der internationalen Moderne. Zudem klingt in seinen frühen gesichtslosen Köpfen die Formensprache eines Brancusi, Modigliani oder des späten Malewitsch an. Nach einer neoklassizistischen Phase wendet Hagenauer sich in den späten 1920er-Jahren dem Art déco zu; seine Skulpturen werden für die Präsentation von Mode und Schmuck sowie in der Filmbranche eingesetzt. Später erhebt er das Selbstzitat zum künstlerischen Prinzip.

Franz Hagenauer, Torso, 1960er-Jahre
Franz Hagenauer, Torso, 1960er-Jahre(c) Sammlung Breinsberg, Foto: Leopold Museum, Wien © Caja Hagenauer, Wien

Weitere wichtige Stationen seiner Biografie sind die Übernahme der „Werkstätte Hagenauer“ 1956 nach dem Tod seines Bruders Karl und die Leitung der Meisterklasse für Metallgestaltung an der Angewandten (1962 bis 1976). Einer der größten fotografischen Kunstverlage um 1900 – Otto Schmidt – steht schließlich im Mittelpunkt der Ausstellung „Geschäfte mit Kopien“, entstanden in Zusammenarbeit mit dem Photoinstitut Bonartes. Seine Geschäftsfelder erstreckten sich auf sehr erfolgreiche „Wiener Typen“-Serien, Rollenporträts von Schauspielern und vor allem auf Vorlagenstudien für Künstler, Architekten und Handwerker. Ein Schwerpunkt lag auf Aktstudien. Anhand von Sammelfotos, Zeitschriften, Postkarten, Mappen und Büchern beleuchtet die Schau unterschiedliche Facetten der historischen Berufsfotografie, von der Produktion über die Zirkulation bis zur Konsumtion.

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