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Pizzicato

Gatsch, Gelsen & Rock'n'Roll

Ein Open Air ohne Regen ist kein echtes Open Air. Das weiß die Pop-Welt seit den Augusttagen 1969 in Woodstock, der Mutter aller Festivals.

 „No Rain“, skandierten die Hippies wie ein Mantra, um den Wettergott, den Weltgeist oder einfach nur das Karma günstig zu stimmen. Allein, es half zunächst nicht. Auf die Wiesen des Farmers Max Yasgur in Bethel goss es wie aus Kübeln, und die Kinder von Peace, Love & Happiness vergnügten sich im Gatsch. Auf der Bühne jaulten derweil die Gitarren. Der Rest ist Geschichte.

Im Pop-Sommer 2022 ist das nicht viel anders. Diese Erfahrungen machen gerade die Besucher des Nova Rock in Nickelsdorf: Staus, überlaufene Dixie-Klos, Rock im Matsch. Nach der Coronapause nehmen Zehntausende Fans die Unbill in Kauf.

Was wäre das Glastonbury-Festival schon ohne Regen? In England gehört das quasi zu den konstitutionellen Grundelementen. Stars und Sternchen führen jährlich Ende Juni unverdrossen ihre Gummistiefel und Regenjacken vor, als wären die matschigen Wiesen ein Laufsteg. Sir Paul McCartney wird sich zum 80er nicht davon abhalten lassen, stilgerecht ein Feuerwerk zu versprühen. In Nickelsdorf, nahe dem Neusiedler See, könnte sich indessen am Wochenende eine neue Plage ausbreiten, wenn Gelsenschwärme über die Rockfans herfallen: Gatsch, Gelsen & Rock'n'Roll. (vier)

Reaktionen an: thomas.vieregge@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.06.2022)