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MacBook Air

Apple gibt wieder einmal den Ton an

Ein würdiges Design für das MacBook Air, das den neuen M2-Chip beherbergt.
Ein würdiges Design für das MacBook Air, das den neuen M2-Chip beherbergt.Apple
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Die alljährliche Entwicklerkonferenz WWDC gibt einen Ausblick auf Apples Pläne. Mit dem neuen MacBook Air samt M2-Prozessor ist klar: Die Konkurrenz muss nachlegen.

Es war ein Feuerwerk der Neuerungen, das Apple am Montag zur Auftaktveranstaltung der jährlichen Entwicklerkonferenz WWDC zündete. Erstmals nach zwei Jahren wieder mit Teilnehmern in San Francisco, ließ sich der iPhone-Konzern nicht zweimal bitten: Vom iOS 16 über das neue Betriebssystem für iPads bis hin zur Apple Watch und einem völlig neu gestalteten MacBook Air – Tim Cook und sein Team rasten beinahe zwei Stunden von einer Neuheit zur nächsten.

Auch wenn so mancher Apple-Fan nach der Keynote auf Onlineplattformen seine Enttäuschung darüber ausdrückte, dass die im Vorfeld heiß diskutierte Augmented-Reality-Brille – die das Anzeigen von virtuellen Inhalten über eine Brille ermöglicht und dabei gleichzeitig die Außenwelt über Kameras einblendet – so gar kein Thema war, muss sich Apple heuer nicht verstecken. Die Software-Neuerungen, die sich über das gesamte Hardware-Produktportfolio des Konzerns erstrecken, sind direkt spürbare Verbesserungen für den Nutzer: Mit iOS 16 wird es möglich, Start- und Sperrbildschirm ganz nach den eigenen Vorstellungen zu gestalten, und die Watch OS 9 wird zu einem medizinischen Begleiter am Handgelenk, der den Herzschlagrhythmus intensiver überwacht und auch bei der Medikamenteneinnahme den Überblick behält. Besonders chronisch kranke Menschen profitieren davon, rechtzeitig an die Einnahme erinnert zu werden.

Das Herzstück der Keynote. Außerdem soll über den Scan der Medikamentenverpackungen direkt angezeigt werden, wenn sich diese mit anderen Mitteln nicht verträgt. Menschen, die gewalttätigen Beziehungen entfliehen möchten, können künftig schneller – und vor allem einfacher – Berechtigungen wieder entziehen, sodass nicht mehr der Standort oder andere Informationen eingesehen werden können. Der wahre Star des Abends war aber wieder einmal ein Prozessor: Mit dem M1 hat Apple den Startschuss für seine eigene Chip-Entwicklung gegeben. Am Montag war es Zeit für seinen potenten Nachfolger.

Seine erste neue Heimat findet der M2 im MacBook Air. Damit Prozessor und Gerät auch zusammenpassen, gab es nach 14 Jahren endlich wieder ein Design-Update – das zu gefallen weiß. 2008 zog Steve Jobs das erste MacBook Air aus einem Briefumschlag. Weniger theatralisch, aber ebenso effektiv war die Enthüllung vor wenigen Tagen. Die Tröpfchenform (hinten dicker, vorn spitz zulaufend) ist Geschichte.

Das neue MacBook Air ist schlank und durchgehend nur 11,3 Millimeter dick und 1,113 Zentimeter hoch. Das 1,24 Kilogramm schwere Gerät bietet ein 13,6 Zoll großes Display, das ebenfalls massiv verbessert wurde und nahezu rahmenlos in das Gehäuse eingebettet ist. In der Mitte ist eine kleine Aussparung für die Kamera, wie auch schon beim iPhone. Diese bietet nun eine Auflösung von 1080p anstatt wie bisher 720p.

Der M2 erledigt den Rest. Apple verspricht eine 40-prozentige Leistungssteigerung im Vergleich zum Vorgängermodell. Zudem soll er deutlich weniger Strom brauchen. Aktuell liegt der M2 gleichauf mit den Chips M1 Pro, Max und Ultra. Das könnte sich aber schon bald ändern, wie Tim Cook bei der Keynote andeutete. Fest steht: Die Konkurrenz muss sich warm anziehen.

Wie immer hat ein Gerät mit dem angebissenen Apfel auch seinen Preis. Das MacBook Air kostet mindestens 1500 Euro. Ab Juli ist das neue Gerät offiziell erhältlich.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.06.2022)