Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Zwischen den beiden Porsche Cayenne liegen 20 Jahre, zwei Generationswechsel und zwei aufwendige Facelifts.
Premium
20 Jahre Cayenne

Das Auto, das Porsche gerettet hat

Dieses Auto hat Porsche wirtschaftlich gerettet, hat den damaligen Firmenchef reich gemacht und ist für viele der Inbegriff des „bösen“ SUV: Vor 20 Jahren wurde der Cayenne vorgestellt.

Von null auf 100 km/h schneller als ein Ferrari F458, schneller als ein Lamborghini Murcielago Roadster, schneller sogar als der Radikal-Sportwagen Porsche 911 GT3. Autoquartett-Experten tippen jetzt wahrscheinlich auf einen Porsche 918 Spyder, auf einen Lamborghini Huracan Performante oder auf den vollelektrischen Tesla Roadster, den Elon Musk für kommendes Jahr versprochen hat.

Nein, es ist keiner von ihnen. Es ist nicht einmal ein Sportwagen im klassischen Sinn, der die 100 km/h nach nur 3,3 Sekunden erreicht. Es ist ein SUV – groß, schwer und typenmäßig am ganz anderen Ende der Autoskala. Es ist ein Porsche Cayenne Turbo GT mit einem doppelt aufgeladenen Achtzylindermotor, der 640 PS (471 kW) liefert und einen mit einem Drehmoment von 850 Nm in die Sitze drückt.

Nun ist es keine allzu große Herausforderung, ein Auto zu bauen, das Beschleunigungsrennen gewinnt. Ein SUV aber trennt sich vom Sportwagen in der ersten Kurve, wenn Masse, Schwerpunkt und Fliehkräfte zusammenwirken. Und dann fährt man mit dem Porsche Cayenne Turbo GT auf einer geschlossenen Rennstrecke und bekommt den Eindruck, dieses Auto stelle die Gesetze der Physik infrage: Es schwankt trotz eines Gewichts von 2,2 Tonnen nicht, es wankt nicht, es lenkt präzise ein und nimmt Kurven mit einer Gelassenheit, wie man sie sonst nur von den leichteren und flacheren Firmenbrüdern kennt. „Ein super Auto“, urteilt sogar Rallye-Legende Walter Röhrl, dem man sonst zu SUVs eine ähnliche Liebe nachsagt, wie zu Elektroautos.

Der Porsche Cayenne Turbo GT
Der Porsche Cayenne Turbo GT

Es ist bemerkenswert, wie sehr die Ingenieure im deutschen Zuffenhausen dem Cayenne die Porsche-DNA eingeimpft haben. Dieses SUV ist ein vollwertiger Porsche – dabei meinte sein Erfinder, dass er eigentlich nicht zur Sportwagenschmiede passt. In der Entwicklungsphase Ende der 1990er-Jahre überlegte man kurze Zeit, den Cayenne als Bugatti auf die Straße zu bringen. Der damalige Porsche-Chef, Wendelin Wiedeking, hatte sich die Namensrechte reserviert. Man entschied sich dann doch anders – zur Freude von Ferdinand Piech, der die Rechte übernahm und mit dem Bugatti Veyron ein Revival der Marke begann.

Heuer vor 20 Jahren präsentierte Porsche auf dem Pariser Autosalon einer staunenden Öffentlichkeit den Cayenne. Eine Revolution in vielerlei Hinsicht. Es ist das erste Auto, das firmenübergreifend entwickelt wurde (abgesehen vom VW-Porsche 914 aus den 1960er- und 1970er-Jahren). Das SUV hat Porsche wirtschaftlich gerettet, es hat seinen „Vater“, Wendelin Wiedeking, reich gemacht – und es wurde für viele zum Inbegriff des bösen SUV.