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Formel 1

Red-Bull-Doppelsieg, Ferraris Doppel-Aus

Formula 1 2022: Azerbaijan GP BAKU CITY CIRCUIT, AZERBAIJAN - JUNE 12: Sergio Perez, Red Bull Racing RB18, overtakes Ch
IMAGO/Motorsport Images
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Max Verstappen gewinnt den Formel-1-GP von Baku vor seinem Teamkollegen Sergio Pérez. Auch Mercedes folgt im Doppel durch Russell vor Hamilton. Und Ferrari? Im Doppel ausgeschieden.

Baku. Es läuft weiter für Titelverteidiger Max Verstappen in dieser Formel-1-Saison. Am Sonntag gewann der Niederländer vor seinem Red-Bull-Teamkollegen Sergio Perez aus Mexiko und dem britischen Mercedes-Piloten George Russell den Großen Preis von Aserbaidschan. Für Ferrari setzte sich die Pannenserie nahtlos fort: Charles Leclerc machte vor Hälfte der Renndistanz in Baku ein Motorschaden einen Strich durch die Rechnung, Carlos Sainz schied wegen eines mechanischen Problems aus.

Nach dem Ausfall von Leclerc, der zu diesem Zeitpunkt führte, kontrollierte Verstappen das Rennen und holte schließlich überlegen seinen fünften Sieg in dieser Saison sowie seinen insgesamt 25. Karriere-Erfolg. Damit schloss er zu Österreichs Grand-Prix-Legende Niki Lauda und Jim Clark auf. In der WM-Wertung hängte der 24-Jährige Leclerc ab und führt nun 21 Punkte vor Perez, der neuer Zweiter ist.

"War das ein gutes Rennen, oder war das ein gutes Rennen?", fragte Verstappen rhetorisch. "Wir hatten dieses Mal eine unglaubliche Pace im Auto. Alles in allem bin ich wirklich zufrieden damit wie die Balance im Auto war." Perez sagte: "Hier einen Doppelsieg zu holen, ist einfach ein tolles Ergebnis." Nach Imola und Barcelona war es der dritte Doppelsieg für den Austro-Rennstall im Jahr 2022.

Perez hatte Pole-Position-Mann Leclerc am Start überholt, der Monegasse musste dann mit Verstappen um Platz zwei kämpfen. Das Safety Car wurde virtuell erstmals aktiviert, nachdem Sainz sein Auto wegen eines defekten elektronischen Bremssystems hatte abstellen müssen. Für den Spanier war es der dritte Ausfall in dieser Saison. Diese Phase nutzte das halbe Feld - angeführt von Leclerc - für einen Reifenwechsel. Der Monegasse kam als aussichtsreicher Dritter zurück auf die Strecke.

In der 15. Runde überholte Verstappen Perez und übernahm erstmals die Führung. "No fighting" hieß die Anweisung von der Kommandozentrale, sprich: der Mexikaner sollte keine harte Gegenwehr liefern. Mit einem langsamen Boxenstopp in der 17. Runde verlor Perez etwas Zeit und Platz zwei an Leclerc. Verstappen blieb nach seinem Stopp klar vor seinem Gefährten, als gegen Ende der 20. Runde beim führenden Leclerc die Power Unit versagte. "Problem, Problem, Motor", rief der Pechvogel am Funk und schleppte seinen von einer Rauchwolke eingehüllten Wagen zurück an die Box.

Seine vier Pole Positions in den vergangenen vier Rennen hat Leclerc lediglich in Miami, als er Zweiter war, in einen Podiumsplatz umgemünzt. Bei seinem Heimrennen in Monaco war er unglücklicher Vierter, dazu gesellen sich nunmehr zwei Ausfälle. Weitere schlechte Nachrichten für Ferrari an diesem Tag: mit Zhou Guanyu (Alfa Romeo) und Kevin Magnussen (Haas) schieden zwei weitere Fahrer mit Ferrari-Motor im Auto aus.

"Es schmerzt, wir müssen uns das wirklich genau anschauen, damit es nicht wieder vorkommt. Ich finde echt nicht die richtigen Worte, um das zu beschreiben", sagte Leclerc anschließend. "Es ist sehr, sehr enttäuschend. Wir waren schnell und hatten in der ersten Phase der Saison keine besonders großen Probleme. Jetzt schaut es so aus, als ob wir etwas mehr davon haben, obwohl wir keine massiven Veränderungen vorgenommen haben." Im Gesamtklassement fiel er auf Platz drei zurück und hat jetzt 34 Zähler Rückstand auf Verstappen.

Für Russell war es der dritte Podestplatz in diesem Jahr, sein mit Rückenschmerzen kämpfender Stallgefährte Lewis Hamilton holte im enorm standfesten Mercedes den vierten Platz. Aufmunternde Worte und Gratulation gab es dafür von Mercedes-Teamchef Toto Wolff, der den aktuellen W13 als "Scheißkübel" bezeichnete.

Pierre Gasly schaffte im AlphaTauri als Fünfter sein bestes Saisonergebnis, das gleiche gelang dem Sechsten Sebastian Vettel im Aston Martin. Alpine-Routinier Fernando Alonso, das McLaren-Duo Daniel Ricciardo und Lando Norris sowie Esteban Ocon im zweiten Alpine komplettierten die Top Ten.

7770 Tage: Alonso löst Schumacher ab

Michael Schumacher hat einen weiteren seiner Rekorde in der Formel 1 verloren. Dank seines Starts in Baku ist Fernando Alonso jetzt der Pilot, zwischen dessen Debüt und seinem aktuell letzten Formel-1-Rennen die längste Zeitspanne vergangen ist. Der Spanier bestritt seinen ersten Grand Prix im März 2001 in Australien, das war beim Großen Preis von Aserbaidschan 7770 Tage her. Damit übertraf der 40 Jahre alte Alpine-Fahrer Schumachers bisherige Bestmarke um sieben Tage. Der siebenmalige Weltmeister Schumacher absolvierte sein erstes Rennen in der Formel 1 im August 1991 im belgischen Spa-Francorchamps. Nach seinem Comeback bei Mercedes beendete er im November 2012 beim Grand Prix in Brasilien endgültig seine schillernde Karriere. Damit kam er auf 7763 Tage zwischen Debüt und letztem Rennstart.

(APA/red.)