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Glosse

Landesfürsten-Dämmerung

Tirols Landeshauptmann Günther Platter will sich nach 14 Jahren im Amt zurückziehen.
Tirols Landeshauptmann Günther Platter will sich nach 14 Jahren im Amt zurückziehen.APA/ERWIN SCHERIAU
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Hermann Schützenhöfer, Günther Platter. Wer kommt der ÖVP als nächster abhanden?

Es gerät gerade einiges ins Wanken in der schwarz-türkisen Reichshälfte: Die ÖVP ist angesichts einer Vielzahl an Affären zunehmend angeschlagen und nun verabschieden sich auch die wirklich Mächtigen in der Partei, die Landesparteichefs, der Reihe nach. Nach Hermann Schützenhöfer (Steiermark) zieht sich nun auch der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter zurück. Markus Wallner in Vorarlberg ist angesichts der Wirtschaftsbund-Affäre ebenfalls schwer angeschlagen und könnte bald gehen müssen und auch der Salzburger Landeschef Wilfried Haslauer wirkt nicht mehr sattelfest.

Die Rückzüge könnten natürlich auch Taktik sein: Die ÖVP könnte versuchen, mit neuem Personal zumindest ihre Bastionen in den Ländern zu retten. In der Steiermark dürfte diese Überlegung eine gewisse Rolle spielen, Christopher Drexler galt schon lange als logischer Nachfolger an der Spitze. Ob aber der weitgehend unbekannte Anton Mattle in Tirol das Charisma aufbringt, die ÖVP in einer schwierigen Situation zu retten, wird sich erst zeigen.

So bleiben der ÖVP noch zwei Schwergewichte: Thomas Stelzer in Oberösterreich, der das Glück hatte, seine Landtagswahl noch schlagen zu können, wenige Wochen bevor das System Kurz krachend einstürzte. Und Johanna Mikl-Leitner in Niederösterreich. Sie ist, auch angesichts einer paralysiert wirkenden Parteizentrale, der eigentliche Machtfaktor in der ÖVP. Aber auch da stellt sich die Frage: Wie lange noch? Die Bestellung von Bundeskanzler Karl Nehammer und die Umgestaltung der Regierung tragen eindeutig ihre Handschrift. Funktioniert es in der Bundespartei nicht mehr, wird das auch auf sie zurückfallen. Und im kommenden Jahr hat auch Mikl-Leitner ihre Landtagswahl. Unter den gegebenen Rahmenbedingungen könnte das selbst für eine so dominierende Partei wie die ÖVP-Niederösterreich schwierig werden.